Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird für Jordanien zum Turnier der Premieren. Zum ersten Mal in der Geschichte des Verbandes hat sich „Al-Nashama" – so der Spitzname der Nationalmannschaft – für eine WM-Endrunde qualifiziert. In Gruppe J wartet eine sportlich anspruchsvolle Aufgabe: Argentinien als amtierender Weltmeister und Topfavorit, Österreich als ambitionierter Mitkonkurrent und Algerien als ernstzunehmender afrikanischer Vertreter. Realistisch betrachtet geht Jordanien als klarer Außenseiter in das Turnier, doch die Qualifikation allein ist für den jordanischen Fußball bereits ein historischer Erfolg. Im folgenden Überblick gibt es die wichtigsten Hintergründe zur Mannschaft, einen detaillierten Blick auf den Kader, den kompletten Spielplan in Gruppe J, die aktuellen Quoten von Weltbet und eine Prognose zu allen drei Gruppenspielen.
Jordaniens historischer Weg zur ersten Weltmeisterschaft
Die ersten WM-Qualifikationsversuche der jordanischen Nationalmannschaft reichen zurück bis zur WM 1986. Über vier Jahrzehnte lang blieb das ganz große Ziel für „Al-Nashama" unerreichbar. Der bis 2025 größte Erfolg war 2014, als Jordanien in einem interkontinentalen Play-off auf Uruguay traf – und mit 0:5 im Gesamtergebnis chancenlos blieb. Schon damals wurde sichtbar, dass der jordanische Fußball auf einem aufstrebenden Weg war, dem für den letzten Schritt aber die Qualität fehlte.
Der Wendepunkt kam mit dem Asien-Cup 2023, der Anfang 2024 in Katar ausgetragen wurde. Unter dem marokkanischen Trainer Hussein Ammouta erreichte Jordanien zum ersten Mal das Endspiel der kontinentalen Meisterschaft. Auf dem Weg dorthin gewann das Team gegen Tadschikistan mit 1:0 im Viertelfinale, schlug Irak im Achtelfinale mit 3:2 (mit zwei Treffern in der Nachspielzeit) und feierte im Halbfinale den vielleicht größten Erfolg der Verbandsgeschichte: Ein 2:0 gegen Südkorea – die Tore erzielten Yazan Al-Naimat und Mousa Tamari. Erst im Finale mussten sich die Jordanier dem Gastgeber Katar mit 1:3 geschlagen geben, vor allem weil Akram Afif drei Elfmeter verwandelte. Der Treffer von Yazan Al-Naimat zum zwischenzeitlichen 1:1 reichte nicht.
Der Sprung zur WM gelang dann unter einem neuen Trainer. Am 5. Juni 2025 sicherte sich Jordanien mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen Oman vorzeitig den direkten Einzug in die Endrunde 2026. In der dritten Qualifikationsrunde der AFC beendete „Al-Nashama" die Gruppe B als Zweiter hinter Südkorea – mit vier Siegen, vier Unentschieden und nur zwei Niederlagen aus zehn Spielen. Bemerkenswert ist die historische Dimension: Mit Algerien, Ägypten, Irak, Jordanien, Marokko, Katar, Saudi-Arabien und Tunesien sind 2026 acht arabische Nationen bei der WM dabei – doppelt so viele wie 2018 und 2022. Sportlich darf man Jordanien trotzdem realistisch einordnen: Das Team rangiert in der FIFA-Weltrangliste zwischen Platz 60 und 65 und gehört in Gruppe J zur klaren Außenseiterrolle.
Trainer Jamal Sellami – der marokkanische Architekt der WM-Qualifikation
Nach dem Finale beim Asien-Cup trennten sich die Wege von Hussein Ammouta und der jordanischen Nationalmannschaft. Im Juni 2024 übernahm der ebenfalls marokkanische Coach Jamal Sellami das Amt und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Sellami brachte Erfahrung aus seiner Zeit in der marokkanischen Liga und mit der Olympiamannschaft seines Heimatlandes mit. Seine Aufgabe war von Beginn an klar definiert: Den Schwung des Asien-Cup-Finales mitnehmen und das WM-Ticket lösen.
Sellami setzt auf eine pragmatische Ausrichtung. Im Aufbau spielt Jordanien meist aus einer geordneten Fünferkette heraus, im Mittelfeld arbeitet das Team intensiv gegen den Ball, und die Offensive wird in vielen Phasen über schnelle Vertikalpässe in den Lauf von Mousa Tamari gestaltet. Die Bilanz unter Sellami in der finalen WM-Qualifikationsrunde stimmt: nur zwei Niederlagen in zehn Pflichtspielen, dazu enge Duelle gegen Südkorea. Nach dem 2:1-Erfolg im Heimspiel gegen Südkorea kürten ihn lokale Medien zum „Architekten" der Qualifikation.
Auch über das Sportliche hinaus gibt es eine bemerkenswerte Geschichte: Nach dem verlorenen Finale beim FIFA Arab Cup 2025 gegen Marokko – Sellamis Heimatland – verlieh König Abdullah II. ihm per königlichem Dekret die jordanische Staatsbürgerschaft. Eine seltene Geste, die zeigt, welchen Stellenwert Sellami und seine Mannschaft im Land mittlerweile einnehmen.
Der Kader im Detail
Jordaniens Aufgebot ist im Vergleich zur Gruppenkonkurrenz bescheiden besetzt. Der gesamte Kader bringt es zusammen auf einen Marktwert, der unter dem einzelner Spieler aus Argentinien oder Österreich liegt. Trotzdem ist es eine eingespielte Mannschaft, die mit einem klaren System agiert und in den letzten zwei Jahren auf Turnierbühnen gereift ist.
Tor und Defensive
Im Tor wird der erfahrene Yazeed Abulaila (33 Jahre, Marktwert 300.000 Euro) als Stammtorhüter erwartet. Hinter ihm stehen Abdallah Al-Fakhouri (26) und Abdel Rahman Al-Talalga (23) als Backups bereit. In der Innenverteidigung führt Yazan Al-Arab das Aufgebot an. Der 30-jährige Routinier wechselte 2025 nach Südkorea zu FC Seoul und ist mit einem Marktwert von 900.000 Euro der wertvollste Defensivspieler. Neben ihm bilden Abdallah Nasib und Mohammad Abualnadi die zentrale Achse, dazu kommen Husam Abu Dahab als wichtige Alternative und der erfahrene Saleem Obaid (34) als Backup.
Auf den Außenbahnen sorgen Kapitän Mahmoud Al-Mardi auf der linken Seite und Mohammad Abu Hasheesh auf der rechten Seite für Stabilität. Mit Mohannad Abu Taha (23) und dem talentierten Mohammad Taha (20) hat Sellami zwei junge Außenverteidiger im Aufgebot, die Tempo mitbringen. Ahmad Assaf liefert auf rechts eine zusätzliche Option. Die Defensive funktioniert in erster Linie über Kompaktheit und gemeinsames Verschieben, weniger über individuelle Klasse – das war schon beim Asien-Cup das Erfolgsrezept.
Mittelfeld
Im Mittelfeld bildet Nizar Al-Rashdan auf der Sechserposition den Anker des Spielaufbaus. Er ist der zentrale Stratege, der das Tempo bestimmt und die Zweikampfintensität in der Defensivarbeit liefert. Davor schalten sich Noor Al-Rawabdeh (29) und Amer Jamous als Box-to-Box-Spieler ein, während Ibrahim Saadeh für zusätzliche Tiefe im Aufbau sorgt. Mohammad Al-Dawoud bringt mit seinen 33 Jahren Erfahrung mit, der junge Yousef Qashi (21) gilt als Talent für die Zukunft.
Die zentrale Achse ist eingespielt, hat aber kaum Erfahrung mit Spielen auf höchstem internationalen Niveau. Genau hier liegt eine der Schlüsselfragen für die WM: Können Spieler wie Al-Rashdan und Al-Rawabdeh die Räume gegen Mac Allister, Sabitzer oder Bennacer eng genug machen?
Offensive
In der Offensive trifft Sellami eine schwerwiegende Entscheidung ohne Yazan Al-Naimat. Der 25-jährige Stürmer war mit acht Treffern in der WM-Qualifikation der Top-Torjäger Jordaniens, zog sich aber im Dezember 2025 im Viertelfinale des FIFA Arab Cup gegen Irak einen Kreuzbandriss zu und fällt für die WM aus. Damit verliert das Team seinen treffsichersten Mann. Die Sturmposition werden voraussichtlich Ali Olwan, der junge Ibrahim Sabra (20, 400.000 Euro) und der erfahrene Baha'a Faisal (30) untereinander aufteilen.
Auf den Flügeln ist die Lage klarer. Auf der rechten Seite spielt Mousa Tamari als unbestrittener Star, auf der linken Seite Mahmoud Al-Mardi, der trotz seiner 32 Jahre noch immer zu den prägenden Spielern gehört. Als Alternativen stehen Odeh Fakhoury (20) und Ali Azaizeh bereit, dazu Shararh als erfahrener Joker.
Mousa Tamari – der Star der Mannschaft
Wenn von Jordanien und einer möglichen Sensation die Rede ist, fällt fast automatisch ein Name: Mousa Mohammad Mousa Sulaiman Al-Tamari. Geboren am 10. Juni 1997 in Amman, ist der 1,78 Meter große Linksfuß auf dem rechten Flügel der prägende Offensivspieler des Teams. Seine Karriere ist ein Mustermarsch durch die zweite Reihe Europas: Beginn bei Shabab Al-Ordon, Wechsel 2018 zum zypriotischen APOEL Nikosia (13 Tore in 76 Spielen), 2020 Leihe und später feste Verpflichtung beim belgischen OH Leuven (10 Tore in 86 Spielen), 2023 Wechsel zu Montpellier in die Ligue 1 (sieben Tore in 42 Ligaspielen), und im Februar 2025 schließlich der Sprung zu Stade Rennais. Rennes überwies eine Ablöse von acht bis neun Millionen Euro und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2028 aus.
Tamari ist seit dem Amtsantritt von Jamal Sellami unbestrittener Kapitän und Anführer. Beim Asien-Cup 2023 schoss er das entscheidende Tor zum 1:0 im Halbfinale gegen Südkorea und sicherte damit dem Team den ersten Finaleinzug der Verbandsgeschichte. Bei der WM 2026 wird viel davon abhängen, wie gut er von Tougaï, Danso oder Romero verteidigt wird – und wie viele Räume die jordanische Mannschaft ihm hinter der Außenverteidigung der Gegner schaffen kann.
Der Spielplan in Gruppe J
Jordanien startet am 17. Juni 2026 um 06:00 Uhr deutscher Zeit gegen Österreich. Es folgt das Duell mit Algerien um 05:00 Uhr, bevor am 28. Juni 2026 um 04:00 Uhr deutscher Zeit die abschließende Partie gegen Argentinien ansteht. Drei Spiele, drei klare Außenseiterrollen – aber auch drei Chancen, sich auf der größten Bühne des Weltfußballs zu zeigen.
Datum | Anstoßzeit (MESZ) | Begegnung |
|---|---|---|
17.06.2026 | 06:00 Uhr | Österreich – Jordanien |
23.06.2026 | 05:00 Uhr | Jordanien – Algerien |
28.06.2026 | 04:00 Uhr | Jordanien – Argentinien |
Die Quoten bei Weltbet (Stand 27.04.2026)
Die Buchmacher zeichnen ein klares Bild. Bei Weltbet steht Jordanien für den WM-Titel bei einer Quote von 2.500,00 – damit landet das Team auf einem der hintersten Plätze unter allen 48 Teilnehmern. Auch in Gruppe J ist die Hierarchie eindeutig: Argentinien geht mit 1,33 als haushoher Favorit auf den Gruppensieg ins Rennen, Österreich folgt bei 5,50, Algerien bei 6,50 – und Jordanien rangiert mit 41,00 als klarer Außenseiter.
Auf die Frage, ob Jordanien überhaupt aus der Gruppe kommt, gibt es bei Weltbet eine simple Wette: „Yes" steht bei 3,40, „No" bei 1,30. Die Buchmacher rechnen also mit einer rund 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass für „Al-Nashama" nach drei Spielen Schluss ist. Spannender wird es bei der Frage, wie weit Jordanien überhaupt kommt. Die folgende Tabelle zeigt die Quoten von Weltbet auf den Turnierverlauf der Jordanier:
Endstation | Quote |
|---|---|
Aus in der Gruppenphase | 1,30 |
Aus im Round of 32 (Achtelfinale) | 3,40 |
Aus im Round of 16 | 16,10 |
Aus im Viertelfinale | 82,00 |
Aus im Halbfinale | 250,00 |
Finaleinzug | 1.500,00 |
Weltmeister | 2.500,00 |
Auch das einzelne Auftaktspiel gegen Österreich ist bei Weltbet bereits gelistet. Die Quote für einen Sieg Österreichs liegt bei 1,34, ein Unentschieden bringt den Faktor 5,20, ein Sieg Jordaniens wird mit 8,23 vergütet. Bei den Über/Unter-Wetten steht die Quote auf Über 2,5 Tore bei 1,63, auf Unter 2,5 Tore bei 2,29 – ein Hinweis darauf, dass auch die Buchmacher eher von einer torarmen Partie ausgehen.
Prognose zu den drei Gruppenspielen
Österreich vs. Jordanien (17.06.2026)
Die Prognose für die Auftaktpartie fällt deutlich zugunsten Österreichs aus. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das ÖFB-Team unter Trainer Ralf Rangnick hat in der WM-Qualifikation eine bemerkenswerte Konstanz gezeigt – sechs Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage in der Gruppe – und steht in der FIFA-Weltrangliste etwa 30 Plätze vor Jordanien. Mit Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Christoph Baumgartner stellt Rangnick drei Profis auf, die in der Bundesliga und der Premier League auf höchstem Niveau spielen, dazu kommen Routinier David Alaba und der erfahrene Marko Arnautović. Die Quote von 1,34 auf einen Sieg Österreichs spiegelt diese Rollenverteilung wider.
Jordanien wird in diesem Spiel auf seine kompakte Defensivordnung setzen müssen. Yazan Al-Arab und Abdallah Nasib werden im Zentrum gefordert sein, denn das österreichische Pressing zwingt jeden Gegner, technisch sauber aufzubauen – und genau das gehört nicht zu den größten Stärken der Jordanier. Die Bilanz aus der Asien-Qualifikation zeigt: Gegen Mannschaften, die hoch pressen, hatte Jordanien wiederholt Probleme im Spielaufbau und kassierte Treffer nach Ballverlusten in der eigenen Hälfte. Erschwerend kommt der Ausfall von Yazan Al-Naimat hinzu, der mit acht Toren in der Qualifikation der treffsicherste Mann war.
Auf der anderen Seite hat Mousa Tamari mit seinem Tempo durchaus Mittel, der österreichischen Defensive um Kevin Danso und Philipp Lienhart Probleme zu bereiten. Bei Stade Rennes zeigt der Flügelspieler Woche für Woche, dass er aus dem Stand heraus Chancen kreieren kann. Insgesamt deutet aber vieles auf eine knappe, eher torarme Partie mit einem österreichischen Sieg hin – die Quote von 2,29 auf Unter 2,5 Tore unterstreicht diese Tendenz. Eine wahrscheinliche Schlussfolgerung: Österreich gewinnt mit 1:0 oder 2:0, Jordanien bleibt ohne Treffer und nimmt eine wichtige Lehrstunde mit.
Jordanien vs. Algerien (23.06.2026)
Das Duell mit Algerien wird voraussichtlich das taktisch geschlossenste Spiel der Gruppe. Algerien gehört unter Vladimir Petković zu den disziplinierteren Mannschaften Afrikas und hat in den letzten zwölf Pflichtspielen gleich sechsmal zu null gespielt. Die kompakte Fünferkette mit Aïssa Mandi und Mohamed Tougaï lässt kaum etwas zu, und im Mittelfeld kontrollieren Routinier Riyad Mahrez als hängende Spitze sowie Amine Gouiri das Spiel. Diese strukturelle Stabilität spricht gegen ein torreiches Spiel.
Jordanien tat sich in der Qualifikation schwer, gegen tiefstehende und gut organisierte Gegner Tore zu erzielen. Sechs der elf Treffer in der finalen Quali-Phase fielen aus Standardsituationen – ein Hinweis darauf, dass aus dem Spiel heraus die Kreativität fehlt. Wenn Algerien das Mittelfeld kontrolliert, hat Tamari kaum freie Räume. Auch defensiv steht Jordanien vor einer Aufgabe, denn Mahrez ist mit 35 Jahren noch immer ein Unterschiedsspieler, der einzelne Aktionen veredeln kann. Mit Rayan Aït-Nouri auf der linken Seite verfügt Algerien zudem über einen pfeilschnellen Außenbahnspieler, der die jordanische Defensive in Bewegung halten wird.
Die Prognose lautet daher: ein enges Spiel, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr als zwei Tore sieht. Algerien bringt die größere individuelle Klasse in die Partie, wird sich aber wegen der jordanischen Defensivkompaktheit schwertun. Ein knapper Sieg Algeriens oder ein Unentschieden mit wenigen Toren erscheinen als die wahrscheinlichsten Ergebnisse. Sollte Jordanien hier einen Punkt holen, würde das die Tür zum dritten Platz und einer möglichen Achtelfinal-Teilnahme zumindest einen Spalt öffnen.
Jordanien vs. Argentinien (28.06.2026)
Im Abschlussspiel der Gruppe J wartet die größte Herausforderung. Argentinien ist der amtierende Weltmeister und steht bei den Buchmachern aus gutem Grund mit einer Quote von 1,33 als Gruppensieger an erster Stelle. Mit Lionel Messi, Lautaro Martínez, Julián Álvarez und dem Mittelfeld um Alexis Mac Allister, Enzo Fernández und Rodrigo De Paul hat Trainer Lionel Scaloni einen der ausgeglichensten Kader des gesamten Turniers. In den letzten zehn Pflichtspielen gewann die Albiceleste achtmal und verlor nur ein einziges Mal.
Jordanien wird in dieser Partie wahrscheinlich entweder bereits ohne Aufstiegschance dastehen oder im äußersten Glücksfall noch um eine Sensation kämpfen. In jedem Szenario ist die individuelle Klasse Argentiniens auf jeder Position überlegen. Die Defensive um Cristian Romero und Lisandro Martínez gehört zu den besten der Welt, und das argentinische Mittelfeld lässt nur selten Räume für Konter zu. Selbst Tamari als bester jordanischer Spieler trifft auf der rechten Seite mit Nahuel Molina auf einen erfahrenen Gegenspieler.
Die Prognose: Argentinien gewinnt souverän, wahrscheinlich mit zwei oder mehr Toren Unterschied. Für Jordanien wird es vor allem darum gehen, sich nicht zu blamieren und mit einem ordentlichen Auftritt aus der WM zu verabschieden – falls bis dahin nicht doch noch ein Punkt aus den ersten beiden Spielen die Tür einen Spalt offengehalten hat. Realistisch betrachtet ist dieses Spiel der Höhepunkt einer historischen Reise, sportlich aber kaum ein Spiel, in dem die Jordanier echte Chancen haben werden.
Fazit: Eine Reise, die für Jordanien Geschichte schreibt
Sportlich ist Jordanien in Gruppe J klarer Außenseiter, und die Quoten der Buchmacher spiegeln das fair wider. Argentinien ist Topfavorit, Österreich und Algerien sind eine Klasse darüber, und Jordanien geht ohne große Erwartungen ins Turnier. Genau das kann ein Vorteil sein: Druck haben andere Teams, „Al-Nashama" reist mit dem Rückenwind eines historischen Erfolgs an. Trainer Jamal Sellami hat in den letzten zwei Jahren eine Mannschaft geformt, die taktisch klar agiert, defensiv kompakt steht und über Mousa Tamari einen Spieler hat, der einzelne Spiele entscheiden kann.
Der Ausfall von Top-Torjäger Yazan Al-Naimat ist allerdings ein schwerer Schlag, der die ohnehin überschaubare Offensivkraft weiter reduziert. Wenn die Defensive um Yazan Al-Arab kompakt steht und das Mittelfeld um Nizar Al-Rashdan die Räume eng macht, sind einzelne Achtungserfolge nicht ausgeschlossen. Realistisch betrachtet wird die WM 2026 für Jordanien aber nach drei Spielen vorbei sein – und das wäre angesichts der Reise dorthin keineswegs eine Enttäuschung. Allein die Tatsache, dass Jordanien zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft dabei ist, ist der eigentliche sportliche Erfolg, an dem die kommenden Generationen den jordanischen Fußball messen werden.