Usbekistan fährt als erste zentralasiatische Nation überhaupt zu einer Fußball-WM – und trifft in Gruppe K ausgerechnet auf Portugal, den amtierenden Nations-League-Sieger. Seit Oktober 2025 steht mit Fabio Cannavaro ein Weltmeister von 2006 an der usbekischen Seitenlinie. Ein Trainername, der bei einer WM-Premiere für sich genommen schon eine Geschichte erzählt.
Neben Portugal und Usbekistan stehen Kolumbien und die DR Kongo in dieser Gruppe. Kolumbien kam bei der Copa America 2024 bis ins Finale gegen Argentinien und qualifizierte sich über die CONMEBOL-Qualifikation als Dritter. Die DR Kongo kehrt nach 52 Jahren auf die WM-Bühne zurück – 1974 spielte das Land noch als Zaire, damals mit einer 0:14-Torbilanz in drei Spielen. Diesmal sieht der Kader anders aus: 100 Prozent Legionäre bei europäischen Clubs und frische Turniererfahrung vom AFCON 2025.
Was diese Gruppe zusätzlich besonders macht: Keine der sechs möglichen Paarungen hat es jemals als Länderspiel gegeben. Null Direktvergleiche, null Referenzwerte. Für die Quotengeber ist das eine Herausforderung, für Tipper eine Chance. Was die Märkte trotzdem über die Kräfteverhältnisse verraten und wo sich ein genauerer Blick auf die Quoten lohnt, zeigt die folgende Analyse.
Spielplan und Spielorte der WM 2026 Gruppe K
Die sechs Partien der Gruppe K verteilen sich auf drei Spieltage zwischen dem 17. und 27. Juni 2026. Portugal spielt zweimal in Houston, alle anderen Begegnungen finden an unterschiedlichen Orten statt – von Mexico City über Zapopan bis Miami und Atlanta. Die geographischen Distanzen sind dabei nicht trivial: Zwischen dem Estadio Azteca auf 2.240 Metern Höhe und dem Hard Rock Stadium auf Meeresniveau liegen Welten, nicht nur Kilometer.
Datum | Anstoß (MESZ) | Paarung | Stadion | Stadt |
|---|---|---|---|---|
17.06.2026 | 19:00 | Portugal – DR Kongo | NRG Stadium | Houston |
18.06.2026 | 04:00 | Usbekistan – Kolumbien | Estadio Azteca | Mexico City |
23.06.2026 | 19:00 | Portugal – Usbekistan | NRG Stadium | Houston |
24.06.2026 | 04:00 | Kolumbien – DR Kongo | Estadio Akron | Zapopan |
28.06.2026 | 01:30 | Kolumbien – Portugal | Hard Rock Stadium | Miami Gardens |
28.06.2026 | 01:30 | DR Kongo – Usbekistan | Mercedes-Benz Stadium | Atlanta |
Houston als doppelter Spielort für Portugal ist ein kleiner Vorteil – kein Standortwechsel zwischen dem ersten und zweiten Gruppenspiel. Kolumbien dagegen reist von Mexico City nach Zapopan und dann weiter nach Miami, die DR Kongo von Houston nach Zapopan und schließlich nach Atlanta.
Am dritten Spieltag treffen die beiden Favoriten im Hard Rock Stadium aufeinander: Kolumbien gegen Portugal. Je nach Ergebnissen der ersten beiden Spieltage könnte dieses Duell über Platz 1 entscheiden – oder bereits ohne große Konsequenz bleiben, falls Portugal schon vorzeitig den Gruppensieg gesichert hat. Parallel dazu steht in Atlanta das Duell DR Kongo gegen Usbekistan an, das sich zum kleinen Endspiel um die K.o.-Runde entwickeln kann.
Die vier Teams der Gruppe K im Check
Der Kaderwert-Unterschied in Gruppe K ist enorm: Portugals Aufgebot liegt bei 864,50 Mio. Euro (Stand: 15.04.2026), Usbekistans bei 63,75 Mio. Euro. Faktor 13,5. Zwischen diesen Extremen stehen Kolumbien mit 300,50 Mio. und die DR Kongo mit 153,40 Mio. Euro. So weit die Zahlen – dass sie nur einen Teil der Wahrheit erzählen, zeigen die Formkurven der letzten Monate.
Portugal – Nations-League-Sieger mit Turnierserie
Portugal reist als FIFA-Fünfter (Stand: April 2026) und mit einem Kaderwert von 864,50 Mio. Euro zur WM. Es ist die neunte WM-Teilnahme, das beste Ergebnis bleibt der dritte Platz von 1966. Bei der WM 2022 in Katar war im Viertelfinale Schluss.
Die aktuelle Formkurve allerdings liest sich stärker als jede historische Bilanz. In der Nations League 2024-25 marschierte Portugal durch die Gruppenphase mit vier Siegen und zwei Unentschieden, schlug Deutschland im Halbfinale 2:1 auswärts und gewann das Finale gegen Spanien mit 5:3 im Elfmeterschießen nach einem 2:2 in der Verlängerung – am 8. Juni 2025 in München. Die Friendlies im März und April 2026 brachten ein 0:0 in Mexiko vor 84.130 Zuschauern und ein 2:0 in den USA vor 72.297 Fans. Solide, wenn auch nicht überragend.
Roberto Martínez hat den Umbruch geschafft. Die Post-Ronaldo-Ära, über die so viel spekuliert wurde, funktioniert. Im Mittelfeld stehen mit Vitinha und João Neves zwei Spieler mit einem Marktwert von je 110 Mio. Euro (Stand: 15.04.2026), dahinter sichert Nuno Mendes (75 Mio. €) die linke Seite ab. Der Schnitt liegt bei 27,0 Jahren, 73,1 Prozent spielen im Ausland. Ein Kader, der die Balance zwischen Erfahrung und Tempo hält, ohne von einem einzelnen Star abhängig zu sein. Für die WM 2026 ist Portugal der klarste Favorit in Gruppe K – nicht wegen des Namens, sondern wegen der aktuellen Ergebnisse.
Kolumbien – Südamerikas unberechenbarer Dritter
Kolumbiens Stärke ist gleichzeitig sein Fragezeichen. Mit einem Durchschnittsalter von 29,7 Jahren stellt die Mannschaft den ältesten Kader der Gruppe, der Kaderwert liegt bei 300,50 Mio. Euro (Stand: 15.04.2026). FIFA-Rang 13, siebte WM-Teilnahme – auf dem Papier eine gestandene Turnier-Mannschaft.
Und das stimmt auch, zumindest gegen südamerikanische Gegner. Bei der Copa America 2024 zog Kolumbien ins Finale gegen Argentinien ein, James Rodríguez wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. In der CONMEBOL-Qualifikation landete das Team auf dem dritten Platz: 7 Siege, 7 Unentschieden, 4 Niederlagen, 28 Punkte und 28:18 Tore. Das 1:1 bei Argentinien im Juni 2025 und das 6:3 in Venezuela im September 2025 zeigen die Bandbreite – Kolumbien kann gegen jeden bestehen, kassiert aber auch zu viele Gegentore.
Die Friendlies im März 2026 werfen Fragen auf. 1:2 gegen Kroatien, 1:3 in Frankreich. Gegen europäische Spielsysteme tut sich diese Mannschaft schwer, und bei der WM 2026 wartet mit Portugal ein europäischer Gegner auf Top-Niveau. Luis Díaz (70 Mio. €, Stand: 15.04.2026) ist der mit Abstand wertvollste Spieler im Kader, dahinter klafft eine Lücke – Daniel Muñoz (27 Mio. €) und Jhon Lucumí (25 Mio. €) sind die nächsten in der Marktwert-Hierarchie. 96,2 Prozent des Aufgebots spielen bei ausländischen Vereinen. Die Erfahrung auf hohem Niveau ist vorhanden, ob sie gegen europäische Gegner in Form abrufbar ist, steht nach den März-Ergebnissen in Frage.
DR Kongo – Rückkehr nach 52 Jahren
1974, das letzte Mal. Damals hieß das Land Zaire, und die WM-Bilanz war brutal: drei Spiele, null Tore, 14 Gegentore. Wer die DR Kongo von 2026 danach bewertet, liegt komplett daneben.
Der aktuelle Kader besteht zu 100 Prozent aus Legionären bei europäischen Vereinen, der Kaderwert liegt bei 153,40 Mio. Euro (Stand: 15.04.2026), FIFA-Rang 46. Beim AFCON 2025 in Marokko kam das Team als Gruppenzweiter durch die Vorrunde: 1:0 gegen Benin, 1:1 gegen den Senegal, 3:0 gegen Botswana. Im Achtelfinale war dann gegen Algerien in der 119. Minute Schluss – Boulbina traf per Kopf zum 1:0 nach Verlängerung. Ein bitteres Aus, aber die Gruppenphase zeigte eine Mannschaft, die defensiv stabil steht: 4:1 Tore in drei Vorrundenspielen.
Die WM-Qualifikation gelang auf dem denkbar letzten Weg. Am 31. März 2026 schlug die DR Kongo Jamaika im interkontinentalen Playoff mit 1:0 nach Verlängerung – Tuanzebe traf in der 100. Minute. Wenige Tage zuvor gab es ein 2:0 im Friendly gegen Bermuda. Als Schlüsselspieler stechen Yoane Wissa und Noah Sadiki (je 30 Mio. €) sowie Aaron Wan-Bissaka (22 Mio. €) heraus – allesamt bei europäischen Top-Ligen unter Vertrag (Stand: 15.04.2026). Aber gut. Die Mannschaft ist das letzte Team, das sich für die Gruppe qualifiziert hat, und genau das sollte man im Hinterkopf behalten: Die kürzeste Vorbereitungszeit aller vier Teams.
Usbekistan – WM-Debütant unter einem Weltmeister
Keine zentralasiatische Fußballnation hat jemals an einer WM teilgenommen. Usbekistan schreibt dieses Kapitel neu – und zwar nicht als Lückenfüller, sondern mit einer Qualifikation, die aufhorchen lässt.
In der zweiten Runde der AFC-Qualifikation blieb das Team ungeschlagen: vier Siege, zwei Unentschieden. Das 0:0 bei den VAE am 25. März 2025 sicherte den WM-Platz, das 3:0 gegen Katar im Juni 2025 geriet zur Qualifikationsfeier. Davor schon hatte Iran zweimal gegen Usbekistan nicht gewinnen können (2:2 auswärts, 0:0 zu Hause). Im September 2025 folgte der Titelgewinn beim CAFA Nations Cup in Taschkent – 1:0 gegen Iran nach Verlängerung durch einen Alijonov-Kopfball im Finale.
Im Oktober 2025 übernahm Fabio Cannavaro das Traineramt und löste Timur Kapadze ab, der die Qualifikation geschafft hatte. Die Ergebnisse unter Cannavaro sind gemischt: 2:0 gegen Ägypten und 0:0 gegen Iran im November 2025, aber auch ein 1:2 gegen Uruguay im Oktober und ein 2:2 gegen China im Januar 2026. Zuletzt gab es ein 3:1 gegen Gabun in der FIFA Series Ende März 2026.
Der Kaderwert liegt bei 63,75 Mio. Euro (Stand: 15.04.2026), das Durchschnittsalter bei 27,8 Jahren. Was auffällt: Nur 38,5 Prozent der Spieler sind Legionäre – mit Abstand die niedrigste Quote der Gruppe. Abdukodir Khusanov sticht mit einem Marktwert von 35 Mio. Euro heraus. Der Rest? Eldor Shomurodov kommt auf 7 Mio. Euro, danach geht es steil nach unten. Khusanovs Marktwert allein übersteigt den der nächsten vier Spieler zusammen.
Gruppe K im Vergleich:
Team | Kaderwert | FIFA-Rang | Ø Alter | Legionäre | WM-Teilnahmen |
|---|---|---|---|---|---|
Portugal | 864,50 Mio. € | 5 | 27,0 | 73,1 % | |
Kolumbien | 300,50 Mio. € | 13 | 29,7 | 96,2 % | |
DR Kongo | 153,40 Mio. € | 46 | 28,4 | 100,0 % | |
Usbekistan | 63,75 Mio. € | 50 | 27,8 | 38,5 % |
Alle Kaderwerte Stand: 15.04.2026 (Quelle: Transfermarkt). FIFA-Rang Stand: April 2026.
Sechs Premieren – Gruppe K ohne jede Vergangenheit
Sechs Paarungen, null Länderspiele. Portugal gegen Kolumbien? Gab es nie. DR Kongo gegen Usbekistan? Auch nicht. Tatsächlich hat kein Team in Gruppe K jemals gegen eines der drei anderen gespielt – nicht einmal in einem Freundschaftsspiel.
Bei 48 Gruppen à vier Mannschaften ist das keineswegs der Normalfall. Die meisten WM-Gruppen bringen Teams zusammen, die sich aus früheren Turnieren oder Qualifikationsrunden kennen – irgendein Duell hat es fast immer schon gegeben. In Gruppe K fehlt diese historische Vergleichsbasis komplett.
Für die Quotengeber heißt das: Die Preise stützen sich stärker auf allgemeine Indikatoren wie FIFA-Ranking, Kaderwerte und Turnierform als auf konkretes Wissen darüber, wie sich zwei Teams gegeneinander verhalten. Ob Usbekistans kompakte Defensive gegen Portugals Ballbesitzspiel bestehen kann, ob Kolumbiens Tempo DR Kongos Legionärs-Abwehr überfordert – dazu gibt es keine Datengrundlage, nur Annahmen.
Für Tipper ist das eine zweischneidige Sache. Ohne Direktvergleichs-Daten fehlt ein Puzzleteil, das bei anderen Gruppen in die Analyse einfließt. Gleichzeitig steigt die Unsicherheit – und Unsicherheit kann in beide Richtungen gehen. Gerade bei den Außenseitern DR Kongo und Usbekistan ist die tatsächliche Stärke gegen diese konkreten Gegner schlicht unbekannt. Wenn Quoten auf dünnerer Datenbasis entstehen, können sich dort Abweichungen ergeben, die bei besser dokumentierten Paarungen nicht auftreten würden.
Aktuelle Quoten zur WM 2026 Gruppe K
Die folgenden Quoten stammen von Betlabel (Stand: 15.04.2026). Um sie einzuordnen, hilft ein Blick auf die sogenannte implizite Wahrscheinlichkeit – also den Kehrwert der Quote, bereinigt um die Marge des Anbieters. Beim Gruppensieg-Markt summieren sich die rohen Wahrscheinlichkeiten aller vier Teams auf 110,2 Prozent statt auf 100. Die Differenz von 10,2 Prozentpunkten ist die Marge, die der Wettanbieter einpreist. Die nachfolgend genannten Prozentwerte sind um diese Marge bereinigt.
Gruppensieg-Quoten
Portugal geht mit einer Gruppensieg-Quote von 1,41 ins Turnier – bereinigt eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 64,4 Prozent. Knapp zwei Drittel, so die Einschätzung des Marktes. Kolumbien folgt bei 3,62 mit 25,1 Prozent. Die DR Kongo (12,00 / 7,6 %) und Usbekistan (30,00 / 3,0 %) spielen aus Quotensicht beim Gruppensieg keine ernsthafte Rolle.
Team | Quote Gruppensieg | Impl. Wahrscheinlichkeit (bereinigt) |
|---|---|---|
Portugal | 1,41 | ~64,4 % |
Kolumbien | 3,62 | ~25,1 % |
DR Kongo | 12,00 | ~7,6 % |
Usbekistan | 30,00 | ~3,0 % |
Alle Quoten Stand: 15.04.2026 (Betlabel).
Weiterkommen-Quoten
Bei der WM 2026 kommen die ersten beiden jeder Gruppe sicher in die K.o.-Runde, dazu 8 der 12 Gruppendrittplatzierten. Für Portugal (Qualifikation: 1,02 / Top 2: 1,01) und Kolumbien (1,13 / 1,18) ist das Weiterkommen laut Markt so gut wie sicher.
Die DR Kongo steht bei 1,65 für die Qualifikation, 5,50 für einen Platz in den Top 2 und 1,52 für die Top 3. Damit rechnet der Markt fest mit einem Weiterkommen der Kongolesen – die Frage ist nur, ob als Zweiter oder Dritter. Usbekistan dagegen liegt bei 2,72 (Qualifikation), 9,00 (Top 2) und 2,05 (Top 3). Ein Platz in den Top 3 wäre nach den Quoten eher unwahrscheinlich als wahrscheinlich.
Team | Qualifikation Ja | Top 2 | Top 3 |
|---|---|---|---|
Portugal | 1,02 | 1,01 | – |
Kolumbien | 1,13 | 1,18 | 1,01 |
DR Kongo | 1,65 | 5,50 | 1,52 |
Usbekistan | 2,72 | 9,00 | 2,05 |
Alle Quoten Stand: 15.04.2026 (Betlabel).
Head-to-Head und Platzierungswetten
Die Head-to-Head-Märkte bestätigen das Bild. Portugal vor Kolumbien liegt bei 1,40, umgekehrt bei 3,00 – der Markt sieht Portugal klar vorn, aber nicht unangreifbar. DR Kongo vor Usbekistan steht bei 1,65 gegenüber 2,25 – das engste Head-to-Head der Gruppe.
Die niedrigste Quote im gesamten Gruppenmarkt: Portugal und Kolumbien auf den ersten beiden Plätzen in beliebiger Reihenfolge bei 1,50. Wer es konkreter mag: Die exakte Reihenfolge Portugal–Kolumbien–DR Kongo–Usbekistan kommt auf 3,75, die Variante mit vertauschtem dritten und vierten Platz (Portugal–Kolumbien–Usbekistan–DR Kongo) auf 5,00.
Beim letzten Platz stehen sich Usbekistan (1,70) und die DR Kongo (2,40) gegenüber – ein Duell, das am dritten Spieltag in Atlanta direkt ausgetragen wird.
Die drei Spieltage aus Wett-Sicht
Spieltag 1 (17. Juni): Den Auftakt machen Portugal gegen die DR Kongo in Houston und Usbekistan gegen Kolumbien in Mexico City. Portugals Pflichtaufgabe gegen die Kongolesen wird kein Selbstläufer – DR Kongos AFCON-Vorrunde zeigte eine Mannschaft, die nur ein Gegentor in drei Spielen zuließ. Wer defensiv so stabil steht, kann gegen jeden Gegner das Spiel lang offenhalten. Die Frage ist eher, ob es für mehr als Schadensbegrenzung reicht.
In Mexico City trifft Usbekistan auf Kolumbien. 2.240 Meter Höhe, dünne Luft, ein Ambiente, das keinem der beiden Teams vertraut sein dürfte. Cannavaro wird einen Plan haben. Ob der gegen Kolumbiens Qualität und Tempo mit Luis Díaz auf dem Flügel ausreicht, steht auf einem anderen Blatt.
Spieltag 2 (23. Juni): Portugal gegen Usbekistan in Houston ist auf dem Papier die klarste Angelegenheit der Gruppe. Der Markt sieht Portugal im Head-to-Head bei 1,01 gegenüber 17,50 für Usbekistan. Khusanov im Duell mit Portugals Offensive um Vitinha und João Neves wird das Einzelduell sein, auf das viele schauen.
Parallel dazu treffen Kolumbien und die DR Kongo in Zapopan aufeinander. Diese Partie könnte über Platz 2 und 3 entscheiden. Kolumbiens Turniererfahrung gegen DR Kongos frische AFCON-Härte und den komplett europäisch besetzten Kader – das ist der Punkt in der Gruppe, an dem die Quoten am ehesten wackeln könnten.
Spieltag 3 (27. Juni): Kolumbien gegen Portugal im Hard Rock Stadium in Miami Gardens – das Topspiel der WM 2026 Gruppe K und wahrscheinlich auch das entscheidende Duell um Platz 1. In Atlanta spielt die DR Kongo gleichzeitig gegen Usbekistan. Die Letzter-Platz-Quoten (Usbekistan 1,70, DR Kongo 2,40) deuten darauf hin, dass dieser Spieltag für beide Mannschaften noch alles offen lassen kann. Ein echtes Endspiel um die K.o.-Runde ist das wahrscheinlichste Szenario.
Prognose und Value-Einschätzung für Gruppe K
Die wahrscheinlichste Reihenfolge laut Markt: Portugal, Kolumbien, DR Kongo, Usbekistan – Quote 3,75 für die exakte Platzierung. Portugals Favoritenrolle ist dabei am wenigsten diskutabel. Ein Kaderwert, der fast dreimal so hoch ist wie der des nächstbesten Teams, dazu der Nations-League-Titel. Der Gruppensieg bei 1,41 bietet allerdings keinen nennenswerten Value.
Der eigentliche Kampf findet hinter Portugal statt. Kolumbien bringt Turniererfahrung mit, hat aber gegen europäische Gegner zuletzt schlecht ausgesehen. Die DR Kongo hat die frischeste Turnierhärte (AFCON 2025 plus Playoff im März 2026), einen Kader voller Europa-Legionäre und eine Defensive, die beim Kontinentalturnier nur ein Tor in drei Gruppenspielen kassierte. Usbekistan fehlt die Erfahrung auf diesem Niveau, hat aber mit Cannavaro einen Trainer, der selbst WM-Endspiele gewonnen hat, und in Khusanov einen Innenverteidiger auf Top-5-Liga-Niveau.
Wer in der K.o.-Runde als Gruppensieger weiterkommt, trifft auf einen der besten Drittplatzierten aus den Gruppen D, E, I, J oder L – ein tendenziell machbarer Weg. Der Zweite steht dem Zweiten der Gruppe L gegenüber, in der England, Kroatien, Ghana und Panama spielen. Platz 1 lohnt sich.
Wo gibt es nun Ansätze für Value? Portugal und DR Kongo auf den ersten beiden Plätzen (beliebige Reihenfolge) steht bei 4,50 – eine Quote, die voraussetzt, dass Kolumbien hinter der DR Kongo landet. Die beiden Friendly-Niederlagen gegen Kroatien und Frankreich, das hohe Durchschnittsalter von 29,7 Jahren und die fehlende Erfahrung gegen das kongolesische Spielerprofil machen dieses Szenario keineswegs absurd. Die DR Kongo hat die AFCON-Erfahrung und den Legionärs-Kader, um Kolumbien zu fordern. Die exakte Reihenfolge Portugal–DR Kongo–Kolumbien–Usbekistan kommt auf 8,00 – ein Markt, der genau dieses Szenario abbildet.
Auf der anderen Seite: Usbekistans Top-3-Quote liegt bei 2,05. Für den WM-Debütanten wäre schon ein Platz unter den ersten drei Mannschaften ein Riesenerfolg. Die 38,5 Prozent Legionärsquote und der niedrige Kaderwert sprechen dagegen, Cannavaro und Khusanov als taktisches Fundament dafür. Ob das reicht, wird sich am dritten Spieltag in Atlanta zeigen.
Und dann ist da der Faktor, der bei dieser WM-2026-Gruppe alles unsicherer macht als anderswo: Sechs Premieren-Paarungen ohne jede historische Referenz. Die Quoten basieren auf Näherungswerten. Wo Näherungswerte stehen, können Abweichungen auftreten – und die begünstigen tendenziell die Seite, für die weniger Daten vorliegen. Sprich: die Außenseiter.

