Sechs Siege, vier Remis, null Niederlagen. So sieht die Quali-Bilanz der Südkoreaner in der dritten AFC-Runde aus – und gleichzeitig ist diese Bilanz das beste Beispiel dafür, warum WM Wetten auf Südkorea durchaus schwierig sind. Zehn Spiele, davon nur sechs Siege, dazu eine Vorbereitung mit 0:5 gegen Brasilien und 0:4 gegen die Elfenbeinküste: Die Mannschaft, die am 12. Juni in Zapopan gegen Tschechien ins Turnier startet, ist ein Widerspruch in sich selbst.
Das Team tritt zum zwölften Mal bei einer Weltmeisterschaft an, häufiger als jede andere asiatische Nation, seit 1986 ohne Unterbrechung. Gleichzeitig ist es die Mannschaft mit dem vielleicht turbulentesten Trainerjahr 2024 in der Gruppe A: Klinsmann entlassen, zwei Interimstrainer, dann Hong Myung-bo. Und es ist die Mannschaft, deren Kapitän im August 2025 von Tottenham zu LAFC in die MLS gewechselt ist – ein Karriereschritt, der sich unmittelbar auf das Turnier auswirkt.
Die Quali: 20:1 in der zweiten Runde, 20:7 in der dritten
Wer verstehen will, wie der Markt Südkorea einschätzt, beginnt am besten mit der Qualifikation. Denn diese erzählt zwei Geschichten statt einer.
Die zweite AFC-Runde gegen China, Thailand und Singapur lief, wie man es von einer Mannschaft mit mehreren Premier-League- und Ligue-1-Legionären erwartet. Sechs Spiele, fünf Siege, ein Remis, Torverhältnis 20:1 – darunter ein 5:0 im Heimspiel gegen Singapur und ein 7:0 im Rückspiel auf Singapur. Die Mannschaft stand in dieser Phase zunächst noch unter Jürgen Klinsmann; nach dem Asien-Cup-Halbfinal-Aus im Februar 2024 (0:2 gegen Jordanien, in Katar) wurde er entlassen. Hwang Sun-hong und Kim Do-hoon betreuten das Team für je zwei Quali-Spiele, dann übernahm Hong Myung-bo im Juli 2024.
Die dritte Runde sah anders aus. Gegen stärkere Gegner (Jordanien, Irak, Oman, Palästina, Kuwait) standen am Ende zehn Spiele mit sechs Siegen und vier Remis zu Buche. Das Torverhältnis 20:7 war solide, die Abschlusstabelle mit 22 Punkten Gruppensieg klar – aber der Eindruck in Korea selbst war gemischt. Remis gegen Palästina (0:0 daheim), Remis gegen Irak, Remis gegen Jordanien: Die Mannschaft kam durch, fand aber selten den klaren Spielfluss, den sie gegen die schwächeren Gegner der zweiten Runde gezeigt hatte.
Son Heung-min schoss in den 13 Quali-Spielen, in denen er auflief, zehn Tore – darunter sein 50. Länderspieltor. Lee Kang-in steuerte fünf weitere bei. Wäre da nicht die stetig niedrige Trefferquote der anderen Offensivkräfte gewesen, hätte der Rückstand auf Mexiko und Tschechien in den Wettquoten wahrscheinlich kleiner ausfallen müssen.
Zwei Sätze, die beim Markt hängen geblieben sind: Unter Hong keine Niederlage, aber auch nur sechs Siege in zehn Spielen. Genau diese Doppel-Realität steckt hinter den 3,72 für den Gruppensieg.
Hong Myung-bo – Legende unter Druck
Hong Myung-bo hat als Spieler das gemacht, was danach in Südkorea jeder Nationaltrainer vor ihm versucht hat und keiner geschafft: 2002 stand er als Kapitän und Libero im Halbfinal-Team von Guus Hiddink, auf Platz vier bei der Heim-WM. In Südkorea genießt er Legendenstatus, nicht nur unter Fußball-Fans. Genau deshalb war seine Berufung im Juli 2024 emotional plausibel – und genau deshalb ist der Druck auf ihn jetzt so groß.
Seine Trainer-Vita zwischen 2014 und 2024 las sich anders als seine Spieler-Vita. Erste Amtszeit als Nationaltrainer 2013/14 mit einem Vorrunden-Aus in Brasilien, danach Vereinstrainer in Hangzhou, Ulsan und wieder Ulsan. Zwei K-League-Meisterschaften mit Ulsan Hyundai 2022 und 2023 waren der sportliche Ausweis, mit dem er zum zweiten Nationaltrainer-Mandat zurückkehrte. Geboren am 12. Februar 1969, übernahm er die Mannschaft mit 55 Jahren zum zweiten Mal.
Taktisch setzt Hong auf eine klare Struktur: disziplinierte Defensivarbeit, schnelle Umschaltmomente, geordnete Positionierung. Was gegen Gegner funktioniert, die selbst Ordnung brauchen (Ghana zum Beispiel, gegen die Korea am 18. November 2025 mit 1:0 gewann), bricht gegen körperlich direkten Druck auseinander. Das 0:4 im Heim-Friendly gegen die Elfenbeinküste am 28. März 2026 war nach Einschätzung mehrerer koreanischer Medien der Moment, an dem die öffentliche Kritik an Hongs Spielanlage lauter wurde als das Lob für seine saubere Quali-Bilanz.
Bilanz im Amt: gespalten.
Dazwischen stehen Spiele wie das 1:0 in Wien am 31. März 2026, drei Tage nach der Elfenbeinküsten-Niederlage, in dem Korea defensiv kompakt stand und mit einem einzigen konzentrierten Angriff traf. Oder das 2:2 in Nashville gegen Mexiko am 10. September 2025, in dem Son nach 1:0-Rückstand zum Ausgleich traf, Oh Hyeon-gyu die Führung nachlegte und Santiago Giménez erst in der Nachspielzeit zum 2:2 ausglich. Hongs Südkorea ist keine Mannschaft mit einem klaren Gesicht – eher eine, die gegen zwei unterschiedliche Gegnertypen zwei unterschiedliche Leistungen bringt.
Datum | Gegner | Ort | Ergebnis |
|---|---|---|---|
06.09.2025 | USA | A | 0:2 |
10.09.2025 | Mexiko | A | 2:2 |
10.10.2025 | Brasilien | H | 0:5 |
14.10.2025 | Paraguay | H | 2:0 |
14.11.2025 | Bolivien | H | 2:0 |
18.11.2025 | Ghana | H | 1:0 |
28.03.2026 | Elfenbeinküste | H | 0:4 |
31.03.2026 | Österreich | A | 1:0 |
Quelle: transfermarkt.de, alle Werte Stand: 20.04.2026.
Vier Siege, ein Remis, drei Niederlagen. Davon zwei Heim-Niederlagen mit vier oder mehr Toren Differenz – gegen physisch aggressiv spielende Teams. Tschechien, Koreas Auftaktgegner in Zapopan, spielt einen ähnlich direkten Stil. Mexiko dagegen agiert technisch feiner. Südafrika ist zwischen beiden Polen, aber mit geringerer individueller Klasse. Drei Spiele, drei unterschiedliche Profile – und Hong muss für jedes davon eine andere Antwort finden, ohne dass die Vorbereitung ihm dafür klare Lösungen geliefert hätte.
Son, Lee Kang-in, Kim Min-jae – wie sich der Kader verteilt
136,75 Mio. € Gesamtmarktwert, 26 Spieler, Durchschnittsalter 28,1 Jahre, 22 Legionäre (Quelle: transfermarkt.de, Stand: 20.04.2026). Die Zahlen klingen ordentlich für eine asiatische Nation, verstecken aber eine ungewöhnliche Struktur: Drei Spieler machen zusammen 70 Mio. € aus, also rund die Hälfte des Gesamtkaderwerts. Wer diese drei sind und in welchem Zustand sie in das Turnier gehen, entscheidet mehr über die WM als bei jedem anderen Gruppe-A-Team.
Son Heung-min (33, LAFC) – der Kapitän, der nach Amerika gegangen ist
Son Heung-min ist im August 2025 von Tottenham zu Los Angeles FC in die MLS gewechselt. Vertrag bis Dezember 2027, Marktwert 17 Mio. € (Quelle: transfermarkt.de, Stand: 20.04.2026). 143 Länderspiele, 54 Tore – Korea-Rekord.
Der Wechsel hat Folgen für die WM. Son ist nun aus der Premier-League-Intensität raus. Die MLS spielt ein schnelleres, physisch weniger dichtes Fußballniveau, das für einen 33-jährigen Flügelspieler mit leichten Muskelproblemen der Vorsaison vielleicht genau die richtige Umgebung ist – oder einen Schritt runter, der sich in der Belastungsbilanz niederschlägt. Welche Lesart stimmt, wissen wir erst nach dem ersten Gruppenspiel. Dennoch ist er nach wie vor Kapitän, nach wie vor Schütze von zehn Quali-Toren, nach wie vor der Spieler, an dem die offensive Idee des Teams hängt - es ist davon auszugehen, dass er auch in dem kommenden Turnier wieder Top-Leistungen abrufen kann.
Lee Kang-in (25, Paris SG) – der neue wichtigste Spieler
Seit Juli 2023 bei Paris Saint-Germain, Marktwert 28 Mio. € – der höchste im gesamten Kader. Vertrag bis 2028. 46 Länderspiele, 11 Tore (Quelle: transfermarkt.de, Stand: 20.04.2026).
Lee ist 25 Jahre alt und der eigentliche Mittelpunkt dessen, wie Korea in den nächsten Jahren spielen will. Er bindet das offensive Mittelfeld an die beiden Stürmer, bringt die Standards (fünf Quali-Tore) und ist der einzige Spieler in Koreas Kader, der in einer Top-5-Europa-Liga regelmäßig auf Champions-League-Niveau spielt.
Worauf es ankommt: Wenn Lee in Form ins Turnier geht, hat Korea eine offensive Option, die über Sons Erfahrung hinaus funktioniert. Wenn er reist wie in der Friendly-Phase gegen Elfenbeinküste, trägt der Rest die Last allein.
Kim Min-jae (29, Bayern München) – der einsame Fels
Bayern München, seit Juli 2023, Vertrag bis Juni 2028. Marktwert 25 Mio. €, 77 Länderspiele, 1,90 m groß (Quelle: transfermarkt.de, Stand: 20.04.2026).
Kim ist in Koreas Innenverteidigung das, was Virgil van Dijk in Liverpool war – nur ohne Nebenmann auf annähernd gleichem Niveau. Der nächste Innenverteidiger im Kader ist Yu-min Cho mit 1,8 Mio. € Marktwert. Zwischen 25 Mio. € und 1,8 Mio. € liegen ganze Karriere-Sprünge. Eine Gelb-Sperre für Kim nach zwei Vorrundenspielen oder eine Muskelverletzung würde die Koreanische Abwehr nicht nur schwächer, sondern neu aufgestellt machen.
Diese Abhängigkeit ist das vielleicht größte strukturelle Problem des Kaders und erklärt, warum der Weiterkommens-Markt 1,43 zahlt, obwohl Top 3 nur 1,22 kostet. Die Streuung in der Abwehr ist zu schmal, um die üblichen Turnier-Katastrophen abzufedern.
Weitere Schlüsselspieler
Hyeon-gyu Oh ist der spannendste Name in der zweiten Reihe. Der 25-jährige Mittelstürmer wechselte im Winter 2026 nach Beşiktaş (Vertrag bis 2029) und erzielte in der Quali vier Tore als Debütant. 15 Mio. € Marktwert sind für einen Stürmer mit 26 Länderspielen ein gutes Preisschild – er ist die Zukunftsoption, falls Hwang Hee-chan beim entscheidenden Turnier nicht trifft.
Hwang Hee-chan, seit 2022 in Wolverhampton, bringt 77 Länderspiele und 16 Tore mit – auf Premier-League-Niveau gespielt, aber mit schwankender Vereinsform in der Saison 2025/26. Hwang In-beom, der defensive Sechser bei Feyenoord, ist die Schaltzentrale zwischen Kim Min-jae in der Abwehr und Lee Kang-in im offensiven Mittelfeld. Gesundheit vorausgesetzt, spielt er jedes Spiel durch.
Die drei Gruppengegner: Tschechien, Mexiko, Südafrika
Südkorea trifft in dieser Gruppe A auf drei Mannschaften mit drei sehr unterschiedlichen Stärken-Schwächen-Profilen.
Tschechien (12.06., Estadio Akron, Zapopan, 04:00 MESZ) ist die erste Aufgabe. Kein WM-Duell hat es zwischen den beiden Mannschaften je gegeben, der Gesamtvergleich steht bei fünf Spielen, einem koreanischen Sieg, zwei Remis und zwei Niederlagen (Quelle: 11v11.com, 01.04.2026). Tschechien kommt nach 20 Jahren WM-Pause zurück ins Turnier, über ein dramatisches Playoff gegen Dänemark (2:2 nach Verlängerung, 3:1 im Elfmeterschießen). Der Kadermarktwert liegt bei 180,80 Mio. € – höher als der Koreas –, FIFA-Rang 43. Stilistisch spielen die Tschechen einen direkten, physisch präsenten Stil. Genau die Gegnerart, gegen die Hongs Korea zuletzt mit 0:5 und 0:4 untergegangen ist.
Mexiko (19.06., Estadio Akron, Zapopan) ist der sportliche Höhepunkt. Co-Gastgeber, Kader-Marktwert 169,30 Mio. €, Trainer Javier Aguirre in der dritten Amtszeit, Gold-Cup-Titel 2025 im Finale gegen die USA. Zwei frühere WM-Duelle gingen 1998 und 2018 an die Mexikaner, zuletzt allerdings nur knapp mit 2:1 in Rostow. Das jüngste Aufeinandertreffen – das 2:2-Friendly vom September 2025 in den USA – zeigte eine koreanische Mannschaft, die gegen eine vollzählige mexikanische Auswahl mithalten kann, wenn sie in Führung gerät. Das Spiel in Zapopan wird wahrscheinlich über die Tabellenführung entscheiden, nicht aber über das Weiterkommen an sich.
Südafrika (25.06., Estadio BBVA, Guadalupe bei Monterrey, 03:00 MESZ) ist auf dem Papier der schwächste Gegner. Kaderwert 41,15 Mio. €, FIFA-Rang 60, AFCON-Achtelfinal-Aus im Januar 2026 (1:2 gegen Kamerun), zwei Friendly-Spiele gegen Panama im März ohne Sieg (1:1 am 27.03. und 1:2 am 31.03.). Ein WM-Duell zwischen beiden Mannschaften hat es nie gegeben. Spielort ist mit 500 Metern Höhenlage der mit Abstand niedrigste der drei koreanischen Spielorte – beide anderen Partien finden im Estadio Akron auf rund 1.560 Metern statt. Korea geht hier klar als Favorit ins Spiel. Die Frage wird sein, ob nach zwei Spieltagen noch Druck besteht oder ob Hong zumindest etwas rotieren kann.
Was der Markt Südkorea zutraut
Die kompakte Lesart der Outright-Quoten aus koreanischer Sicht: Korea ist dritter Favorit auf den Gruppensieg, aber klar vor Südafrika – und der Markt sieht die Mannschaft mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit weiter als raus. Die konkreten Zahlen beim Wettanbieter Betlabel am 20. April 2026:
Markt | Quote |
|---|---|
Gruppensieg | 3,72 |
Top 2 | 2,00 |
Top 3 | 1,22 |
Weiterkommen (Ja) | 1,43 |
Weiterkommen (Nein) | 2,58 |
Alle Werte Stand: 20.04.2026.
Rechnet man die Anbieter-Marge aus den Quoten heraus, ergeben sich bereinigte Wahrscheinlichkeiten von 23,0 Prozent für den Gruppensieg, 50 Prozent für einen der beiden Top-Plätze und rund 64 Prozent für das Weiterkommen über Platz 1, 2 oder einen der acht besten Drittplatzierten-Slots des neuen 48-Team-Formats. Die Top-3-Quote von 1,22 entspricht bereinigt rund 82 Prozent.
Für die drei Einzelspiele liegen die Quoten dort, wo man sie aus dem Kräfteverhältnis erwarten würde. Gegen Tschechien zahlt Betlabel für einen koreanischen Sieg 2,625, für das Remis 3,184, für den tschechischen Sieg 2,79 – ein praktisch ausgeglichenes Spiel mit minimalem koreanischem Vorteil. Gegen Mexiko liegt die Quote 1,72 / 3,64 / 4,37, also klar zugunsten der Gastgeber. Für das Spiel gegen Südafrika stehen noch keine Quoten zur Verfügung - es ist allerdings davon auszugehen, dass die Südkoreaner als klare Favoriten gewertet werden. Alle Werte ebenfalls Stand: 20.04.2026.
Interessant ist die Platz-Verteilung: Für Platz 2 und Platz 3 verlangt der Wettanbieter jeweils exakt 3,25 – der Markt hat also keine klare Meinung, ob Korea hinter Mexiko landet oder hinter Mexiko und Tschechien. Diese 50/50-Aufteilung spiegelt sich auch in der Top-2-Quote von 2,00 wider, die einem Coinflip gegen Tschechien entspricht. Wer seine Einschätzung gegen diese 50/50-Marktmeinung stellen will, findet hier den klassischen Ansatzpunkt.
Noch ein Schritt weiter in Richtung Long Shot: Die Outright-Quote auf den WM-Sieg zahlt für Südkorea 100 (22Bet, Stand: 21.04.2026). Das entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund einem Prozent vor Abzug der Anbieter-Marge und ordnet Korea klar zu den Außenseitern – weit hinter Titelkandidaten wie Frankreich, Spanien oder Brasilien. Für eine Mannschaft, deren historisches Bestergebnis der Halbfinal-Einzug 2002 bei der Heim-WM unter Hiddink war, bleibt alles jenseits des Viertelfinales spekulativ. Wer die Quote trotzdem spielt, setzt weniger auf Leistung und mehr auf das klassische Turnier-Chaos aus Elfmeterdramen und einem Gegner-Ausfall im richtigen Moment.
Was aus der WM 2022 übrig geblieben ist
Korea war in Katar Gruppenzweiter hinter Portugal und wurde im Achtelfinale von Brasilien mit 1:4 ausgeschaltet. Trainer war damals Paulo Bento, ein Portugiese, der Korea seit 2018 betreute und nach dem Turnier das Amt niederlegte. Der Weg durch die Gruppe war knapp: 0:0 gegen Uruguay, 2:3 gegen Ghana (ein Spiel, das Korea fast gedreht hätte), erst der Siegtreffer von Hwang Hee-chan in der Nachspielzeit gegen Portugal brachte im dritten Spiel das Weiterkommen.
Zwei Dinge sind für Wetten auf die WM 2026 wichtig.
Erstens: Das Muster "knapp durch die Gruppe, früh raus im KO" ist in Korea historisch die Ausnahme, nicht die Regel. Bei elf bisherigen WM-Teilnahmen (einmal 1954, danach zehnmal ab 1986) kam die Mannschaft lediglich dreimal über die Vorrunde hinaus – 2002 als Halbfinalist bei der Heim-WM unter Hiddink, 2010 mit Achtelfinal-Aus gegen Uruguay und 2022 mit dem erwähnten 1:4 gegen Brasilien. Achtmal war nach der Vorrunde Schluss.
Zweitens: Das Turnierformat hat sich verändert. Mit der neuen Round of 32 im 48-Team-Feld kommen zwölf Gruppensieger, zwölf Gruppenzweite und acht beste Drittplatzierte weiter. Was 2022 in Katar als Drittplatzierter das Aus bedeutet hätte, kann 2026 noch reichen. Die Weiterkommen-Quote von 1,43 ist genau diese erweiterte Chance in Zahlen.
Vier Jahre später, diesmal in Mexiko statt Katar, spielt also eine Mannschaft mit neuem Trainer, zwei jüngeren Stars und einem Kapitän, der inzwischen in der MLS beschäftigt ist. Wie viel Katar-2022 in dieser Mannschaft noch steckt, wird sich in den ersten fünfzehn Minuten gegen Tschechien zeigen.