Am 11. Juni 2026 startet die größte Fußball-WM aller Zeiten – erstmals 48 Mannschaften, 104 Spiele, und das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium vor rund 82.500 Zuschauern in East Rutherford, New Jersey. Was das neue Format der Fußball Weltmeisterschaft mit sich bringt: Mehr Gruppen, mehr Pufferrunden, mehr Stolpersteine für die Großen. Ein Außenseiter hat heute deutlich realistischere Chancen, ins Achtelfinale zu kommen, als noch vor vier Jahren in Katar. Doch welche Mannschaft hat wirklich eine Chance auf den Titel?
Spanien ist für mich der klarste WM 2026 Favorit auf den Titel, Ecuador landet trotz einer Quote von rund 40,00 in meiner Top-10 – weil das Team mehr mitbringt, als dieser Wert suggeriert. Zwischen Platz 1 und Platz 10 liegen Welten an Titelpotenzial, aber auch einige Überraschungsmöglichkeiten, die das neue Format erst ermöglicht. In diesem Artikel findest du meine 10 Favoriten auf den WM Titel 2026.
Platz 9 und 10 – Meine Geheimtipps für die WM 2026
Ecuador und Marokko stehen bei Quoten weit jenseits der 25,00 – und genau das macht sie interessant, wenn man auf die WM 2026 Favoriten jenseits des Mainstreams schaut. Was Ecuador und Marokko verbindet: Beide können strukturiert durch die Gruppenphase kommen, und das neue 48-Teams-Format kommt Außenseitern merklich entgegen. 16 Dreier-Gruppen bedeuten: Ein Remis kann schon zum Weiterkommen reichen. Für kompakt verteidigende Mannschaften mit einem Weltklasse-Spieler im Mittelfeld ein echter Hebel.
Ecuador – Physis, Heimvorteil und eine starke CONMEBOL
Ecuador landet auf Platz 10 meiner persönlichen Liste – nicht weil ich ernsthaft auf den Titel spekuliere, sondern weil das Team mehr mitbringt, als eine Quote von rund 40,00 widerspiegelt. In der CONMEBOL-Qualifikation schloss Ecuador als Zweiter ab, mit 29 Punkten vor Kolumbien und Uruguay. Das ist keine Kleinigkeit. In Südamerika qualifiziert man sich nicht durch Zufall für eine WM.
Moisés Caicedo ist der Dreh- und Angelpunkt im Zentrum. Der Chelsea-Profi gehört zu den besten defensiven Mittelfeldspielern in Europa – bei einem Kader, der mit rund 40,00 quotiert wird, ist das ein Qualitätsmerkmal, das aus dem Rahmen fällt. Das Innenverteidiger-Duo Willian Pacho (PSG) und Piero Hincapié (Bayer Leverkusen) spielt auf Champions-League-Niveau. Kendry Páez, gerade einmal 18 Jahre alt, gilt schon jetzt als eines der größten Nachwuchstalente des Kontinents.
Das zentrale Problem liegt vorne. Enner Valencia ist 36, ein moderner Mittelstürmer fehlt, und in den letzten fünf Pflichtspielen holte Ecuador nur einen einzigen Sieg. WM-Gruppe A mit Deutschland, Elfenbeinküste und Curaçao: Platz zwei ist möglich, aber nicht selbstverständlich. Ingesamt ist Ecuador eine Mannschaften, die zwar hinten schwer zu bezwingen ist, aber Offensiv zu wenig Qualität hat, um höher auf dieser Liste zu stehen.
Marokko – Afrikas beste WM-Generation
Kein afrikanisches Team war bei einer Weltmeisterschaft je weiter als Marokko 2022. Das Halbfinale in Katar ist der historische Rekord des Kontinents und bleibt es wohl noch eine Weile. Was damals als große Überraschung galt, ist seitdem zur Erwartungshaltung geworden – und das Team hat sie in der Qualifikation für die WM 2026 bestätigt: acht Siege aus acht Spielen, die stärkste Bilanz aller afrikanischen WM-Teilnehmer.
Trainer Walid Regragui hat eine defensive Festung aufgebaut, die in 25 Pflichtspielen nur 12 Gegentore zuließ. Ein xGA-Schnitt von 0,65 pro Spiel liegt auf absolutem Topniveau, vergleichbar mit den besten Defensivteams Europas. Achraf Hakimi ist Kapitän und Motor: Als Rechtsverteidiger vereint er Defensivstabilität und Offensivdrang auf einem Niveau, das weltweit nur wenige Spieler seiner Position erreichen. Hinter ihm entwickeln sich Bilal El Khannouss und Ben Seghir (beide 21 Jahre alt) rasant weiter – das ist Substanz für die nächsten Jahre.
Der Schwachpunkt liegt im Abschluss. Mit einem xG-Wert von 1,35 pro Spiel fehlt Marokko ein echter Weltklasse-Stürmer – Hakim Ziyech ist verletzungsanfällig, und Ersatz mit ähnlichem Kreativpotenzial steht nicht in gleicher Qualität bereit. Der schwere Gruppenauftakt gegen Brasilien am 14. Juni macht die Sache nicht einfacher. Platz 9 meiner WM 2026 Favoriten-Liste ist trotzdem begründet – weil dieses Team seit 2022 bewiesen hat, dass es mehr kann als es auf dem Papier aussieht.
Platz 6 bis 8 – Starke Turniernationen mit echten Titelchancen
Niederlande, Brasilien und England – drei Nationen mit Weltkader und je einem klaren Fragezeichen. Die Niederländer besitzen mehr Qualität als ihre fehlende WM-Trophäe vermuten lässt. Brasiliens Angriff glänzt, die Stabilität schwankt jedoch. England wartet seit 60 Jahren auf den nächsten Titel und stellt trotzdem den teuersten Kader des Turniers. Was alle drei verbindet: Ohne ihren zentralen Schlüsselspieler werden sie messbar schlechter – und das ist in K.o.-Runden ein echtes Risiko.
Niederlande – Geheimfavorit mit starkem Kader
Der niederländische Kader kommt auf rund 801 Mio. Euro Marktwert – Rang sechs weltweit. FIFA-Rang 7, WM 2022 Viertelfinale, souveräne Qualifikation mit acht Siegen und 27 Toren. Auf dem Papier ist das eine der überzeugendsten Mannschaften des Turniers. Trotzdem landet Oranje nur auf Platz 8 meiner Liste.
Das Mittelfeld überzeugt: Ryan Gravenberch, Tijjani Reijnders, Xavi Simons – dazu Frenkie de Jong, wenn er körperlich auf der Höhe ist. Virgil van Dijk als Abwehranker ist mit 34 Jahren noch immer einer der besten Innenverteidiger der Welt, aber wie lange er das auf WM-Niveau über ein volles Turnier aufrechterhält, ist eine offene Frage. Ruud van Nistelrooy als hochmotivierter Co-Trainer ist ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.
Was mich bremst: der Turnierfluch. 1974 und 1978 Finale-Niederlagen, 2010 Finale gegen Spanien – die Niederlande haben es bisher nie geschafft, einen WM-Titel zu holen. Kader allein gewinnen keine Turniere. Dazu kommt, dass sie Offensiv weniger Qualität haben, als andere Mannschaften in diesem Turnier. Obwohl sie mit Spielern wie Cody Gakpo, Donyell Malen oder auch Xavi Simons gute Spieler in der Offensive haben, ist keiner davon zurzeit gut in Form. Das sorgt mit Blick auf die kommende WM für wenig Zuversicht, auch wenn der Kader ingesamt zu den besten Europas gehört.
Brasilien – Rekordweltmeister auf der Suche nach alter Stärke
Fünf WM-Titel, der letzte 2002. Seitdem ein einziges Halbfinale: das 2014 in Belo Horizonte, das mit 1:7 gegen Deutschland endete. Brasilien ist eine WM-Nation mit riesiger Geschichte und zuletzt genauso riesigen Enttäuschungen. Carlo Ancelotti soll das ändern – seit Juni 2025 im Amt, und er bringt K.o.-Erfahrung mit, wie kaum ein anderer Trainer der Welt.
Das Offensivpotenzial ist unbestreitbar. Vinicius Jr., Rodrygo, Raphinha, dazu der 18-jährige Estêvão – an guten Tagen ist die Seleção ein Spektakel. 5:0 gegen Südkorea, 2:0 gegen Senegal, das sind die Bilder, die Fans im Kopf haben. Das Problem zeigt sich bei den anderen Bildern: Platz fünf in der CONMEBOL-Qualifikation mit nur 28 Punkten.
Das Neymar-Thema läuft weiterhin und sorgt zusätzlich für Unruhe. Ancelotti zögert zurzeit noch, einen nicht vollständig genesenen Neymar mitzunehmen. In der Gruppe C trifft Brasiliens direkt auf Marokko – kein einfacher Auftakt. Platz 7 in meiner Wertung, weil das Team zu viel Klasse hat, um tiefer zu rutschen – aber zu inkonstant, um weiter nach oben zu kommen, auch wenn die Qualität im Kader sehr hoch ist.
England – Tuchels Plan und 60 Jahre Titelwarten
8 Spiele, 8 Siege, 22:0 Tore in der WM-Qualifikation. Dazu zehn aufeinanderfolgende Pflichtspiele ohne Gegentor unter Tuchel. Der Kaderwert von rund 1,29 Mrd. Euro ist der höchste aller WM-Teilnehmer. Und trotzdem landet England auf Platz 6 meiner persönlichen WM 2026 Favoriten-Liste. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Der März 2026 hat das Problem klargemacht: ohne Harry Kane ein 1:1 gegen Uruguay, dann ein 0:1 gegen Japan. Keine Ideen, keine Lösungen. Jude Bellingham, Bukayo Saka, Phil Foden und Cole Palmer sind allesamt Spieler, die bei jedem anderen WM-Team den Unterschied machen würden. Aber wenn Kane fehlt oder nicht trifft, wird aus dem Hochglanz-Kader ein Team ohne Zielspieler und ohne erkennbaren Plan B. Tuchels Defensivstabilität ist real – das schafft kein Trainer in wenigen Monaten ohne echte Substanz. Trotzdem schafft es England nicht Konstant zu überzeugen. Dazu kommt, dass man bei der der WM-Qualifikation auch die Qualität der Gegner im Blick behalten muss. Mit Mannschaften wie Albanien, Serbien und Lettland hatte England auf ihrem Weg zur WM 2026 bislang noch keinen echten Härtetest. Obwohl ich denke, dass sich England in der Gruppe L gegen Mannschaften wie Kroatien und Ghana durchsetzten wird, glaube ich nicht, dass die Mannschaft unter Tuchel Stabil genug ist, um sich bis ins Finale durchzusetzen.
Platz 3 bis 5 – Die Mannschaften mit Chancen auf den Titel
Portugal, Deutschland, Argentinien – alle drei stehen für mich höher als Teile der Wettquoten nahelegen, und alle drei tragen ein offenes Fragezeichen ins Turnier. Ronaldo wird 41, Musiala kommt nach langer Verletzungspause gerade erst zurück, Messi mit 38 Jahren eine Unbekannte. Und trotzdem gehören diese drei Nationen zum engsten Kreis der realen WM 2026 Favoriten – weil ihre Systeme auch ohne den jeweiligen Superstar noch funktionieren.
Portugal – Nations-League-Sieger mit einem letzten Traum
Im Juni 2025 besiegte Portugal Spanien im Nations-League-Finale, 5:3 im Elfmeterschießen nach einem 2:2 nach Verlängerung. Cristiano Ronaldo traf in der Nachspielzeit zum 2:2 und rettete damit das Unentschieden. Das ist der letzte relevante Titel Europas vor der WM 2026, und Portugal hält ihn. Für mich ein klares Signal: Dieses Team ist lieferfähig unter Druck.
Was an Portugal überzeugt, ist die Breite hinter Ronaldo. Bruno Fernandes, Bernardo Silva, Rafael Leão, Pedro Neto, Gonçalo Ramos – das ist ein Angriffskorpus, der auch ohne den 41-Jährigen Tore produziert. João Neves (21 Jahre) ist einer der spannendsten Mittelfeldspieler Europas, und Diogo Costa hat im Nations-League-Elfmeterschießen bewiesen, dass er Nerven aus Stahl hat. Der Kader hat einen Marktwert von rund 810 Mio. Euro und einen FIFA-Rang von ~6.
Das Ronaldo-Risiko liegt woanders. Nach einem Ellbogencheck gegen Irland droht ihm eine Sperre für das erste WM-Gruppenspiel – und ein Portugal, das psychologisch so stark auf einen einzelnen Spieler ausgerichtet ist, hat beim Turnierstart ohne ihn ein echtes Rhythmusproblem. Dazu kommt die schlichte Tatsache, dass er bei Al-Nassr in Saudi-Arabien spielt und mit 41 Jahren nicht mehr auf dem Niveau eines Champions-League-Stammstarters ist. Ob er in entscheidenden K.o.-Spielen den Unterschied macht oder zur taktischen Last wird, ist eine der interessantesten Fragen dieser WM. Trotzdem: Platz 5, weil der Rest des Kaders auch ohne ihn sehr stark ist.
Deutschland – Fünfter Stern als Ziel
Zweimal in Folge Vorrunden-Aus, 2018 und 2022. Die Heim-EM 2024 hat dann gezeigt, dass der Abstand zur Weltspitze kleiner geworden ist. Das Aus kam dort erst in dem Viertelfinale gegen den Sieger Spanien, in welchem es einige strittige Szenen gab, wie dem nicht gegebenem Handelfmeter für Deutschland. Dort zeigte die Mannschaft unter Trainer Julian Nagelsmann erstmals wieder eine Leistung die Hoffnung machte. Das war kein Zufalls-Ergebnis, das war eine wettbewerbsfähige deutsche Mannschaft gegen den besten Europameister seit Jahren.
Florian Wirtz hat sich in dieser Saison in die Weltklasse gespielt. Sein Auftritt beim 3:4-Testspielverlust in der Schweiz Ende März 2026, wo er an drei Toren beteiligt war, war eine Demonstration. Jamal Musiala kommt nach langer Verletzungspause gerade erst zurück – wenn beide zusammenspielen und in Topform sind, hat Deutschland eine Kombinationsstärke im Angriff, die sich mit jedem Team weltweit messen kann. Der Kaderwert liegt bei rund 784 Mio. Euro, Rang 7 weltweit, vor Argentinien – das ist stärker, als viele auf dem Schirm haben.
In der WM-Gruppe A mit Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador ist Deutschland der klare Favorit, auch wenn mit Ecuador ein unangenehmer Gegner auf sie wartet. Das Dauerproblem Chancenverwertung – Nagelsmann hat es öffentlich angesprochen und konnte bislang noch keine dauerhafte Lösung für dieses Problem finden.
Und genau da passt die Undav-Diskussion rein: Der Stuttgarter ist in bestechender Form, sitzt bei Nagelsmann aber trotzdem in beiden Testspielen zu Beginn auf der Bank. Wenn ein Trainer das Leistungsprinzip nicht konsequent durchzieht und einen der torgefährlichsten Stürmer im Kader nicht bringt, während die Chancenverwertung als Hauptproblem gilt, sorgt das für Unruhe im Kader. Allerdings ist noch Zeit bis zu dem ersten WM-Spiel, weshalb noch unklar ist, wie die Finale Aufstellung im ersten Gruppenspiel aussehen wird. Trotzdem landet Deutschland auf Platz 4 meiner WM 2026 Favoriten-Liste – das erweiterte Format mit mehr Spielen und mehr Pufferrunden kommt dem deutschen Turnierstil entgegen, und wenn Nagelsmann bei der Kaderselektion mutiger wird als zuletzt, ist mehr drin als viele erwarten.
Argentinien – Der Titelverteidiger aus Südamerika
Titelverteidiger WM 2022, Copa-América-Sieger 2024, CONMEBOL-Qualifikation als Gruppensieger mit 38 Punkten. FIFA-Rang 3 weltweit. Und ein Kader-Marktwert von rund 539 Mio. Euro – was auf Platz 8 der WM-Kader rangiert und damit deutlich unter dem, was Länder wie England oder Frankreich mitbringen. Das zeigt: Argentiniens Stärke liegt nicht in einzelnen Spielerwerten, sondern im Scaloni-System. Emiliano Martínez im Tor, Mac Allister, de Paul und Enzo Fernández im Mittelfeld, dazu Lautaro Martínez und Julián Álvarez als zweiseitiges Stürmer-Duo – das funktioniert auch ohne Messi.
Messi wird 38 Jahre alt sein, wenn die WM 2026 startet. Im Testspiel Ende März traf er beim 5:0 gegen Sambia – er ist also voraussichtlich dabei. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viel. Inter Miami ist kein europäisches Topteam, und Messis Fitness nach einer MLS-Saison ist schwer einzuschätzen. Dazu kommt eine historische Gegebenheit: Titelverteidigungen gelingen selten. Brasilien 2006, Spanien 2014, Deutschland 2018 – der WM-Titelverteidiger scheidet meistens früher aus als erwartet, weil der Erwartungsdruck meistens enorm ist.
Trotzdem: Platz 3 meiner persönlichen WM 2026 Favoriten-Liste. Das Scaloni-System trägt, das Kollektiv ist eingespielt, und wenn Messi auch nur phasenweise auf seinem Niveau ist, kann diese Mannschaft für jede Mannschaft gefährlich werden.
Platz 2 – Frankreich und der tiefste Kader des Turniers
Frankreich, WM-Titel 2018, WM-Finale 2022 – damit ist Les Bleus die einzige Mannschaft der letzten zehn Jahre mit zwei aufeinanderfolgenden WM-Finalteilnahmen. Das ist Konstanz auf absolutem Topniveau, und Didier Deschamps hat maßgeblichen Anteil daran. Er geht als Trainer mit mehr Turniererfahrung in die WM 2026 als die meisten seiner Kollegen zusammen.
Was den Kader von allen anderen auf dieser Liste abhebt, ist nicht die individuelle Qualität der Stammspieler – Spanien oder England halten da mit. Es ist die Tiefe dahinter. Mbappé, Olise, Thuram, Dembélé, Doué, Barcola – das sind sechs Angreifer, von denen jeder einzelne bei einem anderen WM-Team sofort spielen würde. Dazu Kanté, Camavinga und Tchouaméni im Mittelfeld, Koundé, Upamecano und Théo Hernandez hinten. Der Kaderwert liegt bei rund 1,27 Mrd. Euro, knapp hinter England – aber anders als England ist bei Frankreich keine Abteilung strukturell abhängig von einem einzigen Spieler.
Mbappé hat sich nach seiner Verletzung zuletzt in einer guten Form präsentiert: Er erzielte in seinem ersten Testspiel gegen Brasilien den ersten Treffer der Partie. Nach dem verlorenen Nations-League-Spiel um Platz 3 gegen Deutschland (0:2) war die Kritik kurz da – die Testspiele haben sie wieder verstummen lassen. Er selbst sagt, das Team sei stärker als 2022. Angesichts der Kaderbreite ist das keine leere Aussage.
Platz 1 – Spanien als Favorit auf den Titel
Amtierender Europameister, FIFA-Weltrangliste Platz 1, 27 Pflichtspiele ohne Niederlage (Stand: 31. März 2026). Das ist die Ausgangslage für Spanien, und sie erklärt, warum La Roja für mich der klarste WM 2026 Favorit auf den Titel ist – auch wenn eine Quote von ~5,50 bei vielen wenig Value bietet.
Der EM-Titel 2024 verdient eine eigene Einordnung. In der K.o.-Phase hat Spanien Deutschland, Frankreich und England geschlagen – die drei härtesten WM-Konkurrenten auf einmal, in direkten Duellen. Die WM-Qualifikation setzte das fort: 21 Tore, nur 2 Gegentore kassiert – die effizienteste Bilanz aller europäischen Qualifikanten.
Lamine Yamal ist 18 Jahre alt und bereits einer der besten Spieler der Welt. Nico Williams auf der anderen Seite, Rodri – Weltfußballer 2024 – als Dirigent im Zentrum, Pedri und Fabián Ruiz dahinter. Dazu eine Abwehr mit Pau Cubarsí (18) und Dean Huijsen (20), die auf einem Niveau spielen, das weit über ihr Alter hinausgeht. Das ist kein Übergangs-Team, das ist die beste spanische Generation seit dem Triple-Triumph zwischen 2008 und 2012.
Schwachstellen existieren jedoch trotzdem. Nico Williams kämpft mit anhaltenden Leistenproblemen – ob er bei der WM dabei sein wird, ist noch nicht gesichert. Gegen tief stehende Gegner hat auch Spanien Geduld aufzubringen: Das 0:0 gegen Ägypten Ende März zeigte das. Und bei gegnerischen Standards leidet das physisch relativ kleine Team regelmäßig. Trotzdem spricht die Leistung der Spanien für sich und macht sie verdient zum Favoriten auf den WM-Titel.
