0:2 gegen Australien, 1:4 gegen die USA: Türkei und Paraguay sind beide mit einer Niederlage in die WM 2026 gestartet und treffen am zweiten Spieltag der Gruppe D direkt aufeinander. Während USA und Australien ihre Auftaktspiele gewannen und schon davongezogen sind, stehen beide mit null Punkten unter Zugzwang.
Genau das macht das Duell so heikel. Es ist erst das zweite Gruppenspiel, fühlt sich für Türkei und Paraguay aber schon wie ein Endspiel an. Wer hier verliert, braucht im letzten Spiel ein kleines Wunder, um das Achtelfinale noch zu erreichen; wer gewinnt, ist wieder mittendrin.
Bleibt die Frage, wer mit diesem Druck besser umgeht. Die Türkei kam gegen Australien trotz drückender Überlegenheit zu keinem eigenen Tor, Paraguay zeigte gegen die USA eine Abwehr, die so niemand erwartet hatte. Beide müssen ihr Problem vom ersten Spieltag abstellen, und welcher Tipp sich für diese Partie lohnt, hängt daran, wem man das eher zutraut.
Wie lief der WM-Auftakt der Türkei gegen Australien?
Die Türkei hatte gegen Australien fast alles außer Toren. Rund 72 Prozent Ballbesitz, mehr als 30 Torschüsse, zwei Halbzeiten mit klarem Übergewicht: am Ende stand trotzdem ein 0:2. Nestory Irankunda brachte Australien in der 27. Minute in Führung, Connor Metcalfe entschied die Partie in der 75. Minute mit einem Schuss aus rund 20 Metern.
Das Problem lag nicht in der Abwehr, sondern im letzten Pass und im Abschluss. Australien verteidigte tief, ließ kaum Räume und wartete auf Konter, die Türkei brachte den Ball trotz Dauerdruck einfach nicht hinter die Linie. Für einen Tipp auf dieses zweite Spiel ist das die entscheidende Frage: ein einmaliger Tag ohne Treffer oder ein tieferes Problem vor dem Tor?
Viel Qualität in der türkischen Offensive, nur kein Tor
Trainer Vincenzo Montella schickte eine Elf aufs Feld, in der vorne einige bekannte Namen stehen. Hakan Çalhanoğlu ordnet das Spiel aus dem Mittelfeld, Arda Güler und der zur zweiten Halbzeit gekommene Kenan Yıldız sollen die Kreativität liefern, dazu kommt Kerem Aktürkoğlu über den Flügel. Das ist genug individuelle Klasse, um einer Mannschaft wie Paraguay wehzutun, vorausgesetzt, die Türkei nutzt ihre Chancen diesmal besser als gegen Australien.
Einordnen muss man das Ganze trotzdem nüchtern. Die Türkei steht in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 22 und ist erst seit dieser WM wieder bei einem großen Turnier dabei; ihre letzte und bislang beste WM war 2002 mit dem dritten Platz. Die Klasse ist da, gegen Australien blieb sie aber ungenutzt, und ein zweites torloses Spiel würde den Einzug in die K.o.-Runde ernsthaft geferden.
Paraguay mit einem schmerzhaften Auftakt
Paraguay erwischte gegen die USA einen Start zum Vergessen. Schon in der 7. Minute fälschte Damián Bobadilla den Ball ins eigene Tor ab, bis zur Pause legte Folarin Balogun mit einem Doppelpack nach (31. Minute und 45.+5). Beim Stand von 0:3 zur Halbzeit war die Partie praktisch gelaufen.
So deutlich das 1:4 am Ende klingt, ganz so einseitig verlief das Spiel nicht. Maurício Magalhães verkürzte in der 73. Minute auf 1:3, das vierte Gegentor durch Giovanni Reyna fiel erst in der Nachspielzeit (90.+8). Ein frühes Eigentor und ein spätes viertes Gegentor lassen das Ergebnis klarer wirken, als die Partie über weite Strecken war. Trotzdem bleibt der Befund: vier Gegentore an einem Tag, das passiert einer gut sortierten Abwehr nicht.
Worauf Paraguay setzt
Unter Trainer Gustavo Alfaro hat sich Paraguay durch die schwere Qualifikation in Südamerika gekämpft und damit überhaupt erst zurück auf die WM-Bühne. Vorne baut die Mannschaft auf Miguel Almirón und den jungen Julio Enciso, im Sturm auf Antonio Sanabria, in der Abwehr geben Kapitän Gustavo Gómez und Omar Alderete die Struktur vor. Diese Abwehr stand in der Qualifikation meist kompakt, das 1:4 gegen die USA passt nicht ins Bild.
Dazu kommt Turniererfahrung. Die WM 2026 ist Paraguays neunte Teilnahme, das beste Ergebnis war das Viertelfinale 2010. In der Weltrangliste steht das Team auf Platz 41. Eine Mannschaft, die gegen einen Favoriten tief und diszipliniert verteidigt, ist Paraguay durchaus, das ist ihnen gegen die USA nur nicht gelungen.
Schlüsselduelle auf dem Platz
Die Partie läuft über zwei Achsen. Vorne hat die Türkei mit Arda Güler, Hakan Çalhanoğlu und Kenan Yıldız die kreativeren Spieler, die an Paraguays Innenverteidigung um Kapitän Gustavo Gómez und Omar Alderete vorbeikommen müssen. Genau dort kassierte Paraguay gegen die USA vier Gegentore, dort liegt also der Hebel für die Türkei.
Offen wird Paraguay das Spiel kaum gestalten. Wahrscheinlicher ist, dass die Mannschaft tief steht und auf Konter über Miguel Almirón und Julio Enciso lauert. Dann kommt es auf die türkische Abwehr um Merih Demiral an, die gegen Australien zwar zwei Gegentore zuließ, insgesamt aber sicherer stand als die paraguayische.
Ein Faktor wiegt schwerer als jede Aufstellung: das erste Tor. Beide stehen unter Druck, beide können sich keinen weiteren Fehlstart leisten. Geht die Türkei früh in Führung, muss Paraguay aus seiner tiefen Ordnung heraus und öffnet die Räume, die den türkischen Offensivspielern liegen. Trifft Paraguay zuerst, kann die Mannschaft genau das tun, was ihr am meisten liegt: hinten zumachen und den Vorsprung verwalten.
Am Ende entscheidet, wer mit dem Druck besser umgeht. Die Türkei hat die besseren Einzelspieler, Paraguay die ruhigeren Nerven aus mehr Turniererfahrung. Das ist der eigentliche Zweikampf an diesem Morgen.
Türkei - Paraguay Wett-Tipp
Unser Tipp für dieses Spiel ist ein Sieg der Türkei. Die Wette geht auf, wenn die Türkei mit mindestens einem Tor Unterschied gewinnt. Und dafür spricht in dieser Partie deutlich mehr als dagegen, von der Qualität im Kader über die stabilere Abwehr bis zu einer Spielsituation, die der Türkei in die Hände spielt.
Was für einen Sieg der Türkei spricht
Der Unterschied beginnt in der Weltrangliste: Platz 22 gegen Platz 41, 19 Ränge zugunsten der Türkei. Das ist kein Zufall, sondern ein echter Klasseunterschied. Mit Arda Güler, Hakan Çalhanoğlu, Kenan Yıldız und Kerem Aktürkoğlu hat die Türkei eine Offensive, die individuell klar über dem liegt, was Paraguay nach vorne aufbietet.
Der stärkste Punkt steckt aber im türkischen Auftakt. Gegen Australien kam die Mannschaft auf rund 72 Prozent Ballbesitz und mehr als 30 Torschüsse, die meisten, die bis dahin eine Mannschaft bei diesem Turnier abgegeben hatte. Es fehlte einzig der Abschluss. Eine Elf, die sich so viele Gelegenheiten herausspielt, bleibt selten zweimal hintereinander ohne Tor. Und diesmal trifft sie auf eine Abwehr, die gerade vier Gegentore am Stück kassiert hat.
Hinten steht die Türkei zugleich sicherer. Zwei Gegentore gegen ein eiskaltes Australien sind ein anderes Kaliber als Paraguays vier gegen die USA. Dazu kommt die Spielsituation, und die arbeitet für die Türkei: Paraguay steht ohne Punkte unter Zugzwang und kann sich kein reines Verteidigen leisten. Sobald die Südamerikaner herauskommen müssen, öffnen sich genau die Räume, in denen schnelle Techniker wie Güler und Yıldız am gefährlichsten sind.
Mehr Qualität, die bessere Defensive, ein Gegner mit anfälliger Abwehr und der Druck, der Paraguay aus der Deckung holt: In diesem Spiel kommt fast alles zusammen, was für einen Sieg der Türkei spricht. Bringt die Mannschaft die Chancenausbeute aus dem Spiel gegen Australien auch nur halbwegs auf den Platz, gewinnt sie diese Partie.
Fazit und Prognose zu Türkei gegen Paraguay
Vieles spricht für die Türkei, ein Selbstläufer ist dieses Spiel aber nicht. Beide Mannschaften stehen unter Druck, beide haben ihren Auftakt verloren, und so ein Duell wird selten zum lockeren Schaulaufen. Wahrscheinlicher ist eine zähe Partie, in der das erste Tor viel entscheidet. Favorit ist trotzdem die Türkei. Der Platz in der Weltrangliste, die individuelle Qualität in der Offensive und die etwas stabilere Abwehr sprechen für sie. Nutzt sie ihre Chancen besser als gegen Australien, gewinnt sie dieses Spiel.
