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Schweiz - Kolumbien: Tipp und Prognose zum WM-Achtelfinale

Schweiz - Kolumbien - WM - Tipp
WM 2026 Achtelfinale
Flagge Schweiz
Schweiz FIFA #15
Anpfiff 22:00 Uhr
VS
Anstoß 22:00 Uhr (MEZ)
Schweiz gegen Kolumbien
Flagge Kolumbien
Kolumbien FIFA #9
Datum
Dienstag, 7. Juli 2026 · 22:00 Uhr
Austragungsort
BC Place, Vancouver · Kanada

Vor dem Achtelfinale Schweiz gegen Kolumbien hat Néstor Lorenzo ein Problem, das sich nicht mehr lösen lässt. Jhon Cordoba, eigentlich gesetzter Stürmer im kolumbianischen Angriffszentrum, zog sich im Sechzehntelfinale gegen Ghana einen Adduktorenriss zu und fällt für den Rest des Turniers aus. Dazu kommt eine Reise von über 2500 Kilometern aus Kansas City nach Vancouver, mit denkbar wenig Zeit zum Verschnaufen zwischen zwei K.-o.-Spielen. Die Schweiz dagegen tritt mit einer Achse an, die seit der Qualifikation kaum verändert wurde, und geht ausgeruht ins Duell.

Wie stark ist die Schweiz vor dem Duell mit Kolumbien aufgestellt?

Murat Yakin musste seinem Team in der Qualifikation kaum etwas beibringen, das es nicht schon konnte. Kobel, Akanji, Elvedi, Widmer, Rodriguez, Xhaka, Vargas und Embolo standen in allen sechs Qualifikationsspielen in der Startelf, dahinter kassierte die Schweizer Abwehr in diesen sechs Partien nur zwei Gegentore. Diese Konstanz zahlt sich in der K.-o.-Phase aus: Yakin muss nicht mit spontanen Umstellungen experimentieren, sondern kann auf eingespielte Automatismen vertrauen.

Zwei Spieler aus dieser Achse bringen zusätzlich schiere Erfahrung mit. Granit Xhaka steht bei 144 Länderspielen, Ricardo Rodriguez bei 136, beide sind Rekordspieler der Nationalmannschaft. Xhaka lenkt das Spiel aus dem Zentrum, Rodriguez sichert seit Jahren die linke Abwehrseite.

Vorne trägt Breel Embolo die größte Last. Mit vier Treffern war er der torgefährlichste Schweizer Spieler der gesamten Qualifikation, und die Form hält an: Sein Foulelfmeter brachte die Schweiz gegen Katar in Führung, im Sechzehntelfinale gegen Algerien traf er erneut. Fitnessprobleme sind bei ihm keine bekannt, Embolo geht als gesetzter Stürmer ins Achtelfinale gegen Kolumbien.

Der auffälligste Name der vergangenen Wochen ist trotzdem ein anderer. Johan Manzambi kam gegen Bosnien-Herzegowina von der Bank, traf doppelt und legte ein weiteres Tor auf. Gegen Kanada traf er erneut. Ein Spieler, der zu Saisonbeginn noch nicht gesetzt war, gibt Yakin damit eine zusätzliche Option im letzten Drittel, egal ob von Beginn an oder als Einwechslung.

Vier Spiele hat die Schweiz bei dieser WM bestritten, keines davon verloren. Nach dem 1:1 gegen Katar setzte sich die Mannschaft mit 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und 2:1 gegen Kanada durch, sicherte sich damit den Gruppensieg in Gruppe B und legte im Sechzehntelfinale das 2:0 gegen Algerien nach.

Kolumbien vor dem Duel gegen die Schweiz

Néstor Lorenzo trainiert eine der erfahrensten Mannschaften des gesamten Turniers. Der Altersschnitt von Kolumbiens Kader liegt über 30 Jahre, nur zwei weitere Teams im Turnier sind im Schnitt noch älter. Lorenzo selbst weiß, was ein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft verlangt: 1990 stand er als Spieler mit Argentinien im WM-Finale.

Diese Erfahrung zeigt sich vor allem im Angriff. Luis Diaz, James Rodriguez, Luis Suarez und Jhon Arias bilden eine Offensivreihe, die technisch und international kaum eine Schwäche hat. Diaz spielt seit Sommer 2025 für den FC Bayern München, Rodriguez bringt seine Übersicht aus dem Zentrum ein, und Arias erzielte im Sechzehntelfinale gegen Ghana bereits in der 14. Minute das entscheidende Tor.

Ausgerechnet in dieser Offensivreihe klafft jetzt aber eine Lücke. Jhon Cordoba musste im Spiel gegen Ghana früh mit einem Adduktorenriss vom Platz und wird die Weltmeisterschaft aller Voraussicht nach nicht mehr fortsetzen. Für ihn dürfte im Zentrum Luis Suarez übernehmen, der beim entscheidenden Tor gegen Ghana bereits eingewechselt war und mit seiner Flanke die Vorlage zu Arias' Treffer lieferte. Cucho Hernandez steht als weitere Option im Sturmzentrum bereit.

Hinten hat Kolumbien in diesem Turnier bislang die konstanteste Defensive gezeigt. Nur ein einziges Gegentor kassierte das Team in vier WM-Partien, ausgerechnet beim 3:1-Auftakt gegen Usbekistan, und seither stehen drei Spiele zu Null zu Buche: 1:0 gegen DR Kongo, 0:0 gegen Portugal, 1:0 gegen Ghana. In der Gruppenphase reichte das für den Gruppensieg in Gruppe K, ohne dass Kolumbien dabei spielerisch glänzen musste.

Die Schlüsselduelle zwischen Schweiz und Kolumbien

Ein Achtelfinale zwischen zwei so unterschiedlich aufgestellten Mannschaften wird nicht allein in der Grundordnung entschieden, sondern in einzelnen Duellen auf dem Platz. Vier davon dürften über Sieg und Niederlage mitentscheiden.

Luis Diaz gegen die Schweizer Abwehrseite

Luis Diaz spielt bei Kolumbien konstant über die linke Seite und trifft dort auf die rechte Schweizer Abwehrseite. Genau dort entsteht ein klarer Vorteil für Kolumbien: Silvan Widmers Platz in der Startelf gilt nicht mehr als gesetzt, Yakin hat für diese Position mittlerweile mehrere Optionen zur Auswahl. Für einen Offensivspieler mit der Qualität von Diaz ist eine Abwehrseite ohne klaren Stammspieler eine Einladung, ihre Angriffe genau dort zu suchen. Gelingt es der Schweiz nicht, diese Seite von Beginn an zu stabilisieren, dürfte Kolumbien im Laufe der Partie immer wieder gezielt über Diaz kommen, statt das Zentrum zu suchen, in dem die Schweiz mit Xhaka und Akanji deutlich sicherer steht.

Manzambi und Embolo gegen Lucumi und Sanchez

Kolumbiens Innenverteidiger Jhon Lucumi und Davinson Sanchez gelten als körperlich robust und zweikampfstark. Gegen sie braucht die Schweiz zwei unterschiedliche Wege ins Tor. Johan Manzambi setzt auf Tempo und Dribbling, um die beiden aus ihrer Position zu ziehen, während Breel Embolo im Strafraum das Kopfballduell sucht. Müssen Lucumi und Sanchez diese beiden Reize gleichzeitig unter Kontrolle halten, wird es für Kolumbien deutlich schwerer als in den bisherigen vier Partien, in denen nur ein einziges Gegentor fiel. Beide Innenverteidiger sind vor allem für robuste Zweikämpfe gegen klassische Mittelstürmer gebaut, gegen die Kombination aus Manzambis Tempo und Embolos Kopfballstärke müssen sie ihr Zweikampfverhalten also auf zwei völlig unterschiedliche Bedrohungen gleichzeitig einstellen.

Xhaka gegen James Rodriguez im Spielaufbau

Granit Xhaka übernimmt gegen Kolumbien eine doppelte Aufgabe: eigenes Spiel aufbauen und gleichzeitig James Rodriguez aus dem kolumbianischen Zentrum heraushalten. Rodriguez organisiert Kolumbiens Offensive von genau der Position aus, von der Xhaka normalerweise selbst das Schweizer Spiel lenkt. Setzt sich Xhaka in diesen Zweikämpfen durch, verliert Kolumbiens Offensivreihe einen wichtigen Teil ihrer Struktur. Xhaka bringt für diese Aufgabe nicht nur Erfahrung mit, sondern auch eigene Torgefahr, seinen Foulelfmeter gegen Bosnien-Herzegowina verwandelte er sicher, und ein Xhaka, der Rodriguez früh unter Druck setzt, gewinnt Bälle in genau der Zone, aus der die Schweiz selbst am gefährlichsten nach vorne spielt. Rückt Xhaka dagegen zu spät heraus, bekommt Rodriguez den Raum, den er braucht, um das Tempo der kolumbianischen Angriffe selbst zu bestimmen.

Warum spricht bei Schweiz gegen Kolumbien vieles für beide Teams treffen?

Der Tipp für dieses Achtelfinale lautet: Beide Teams treffen. Die Basis dafür liefert die gesamte bisherige Turnierbilanz beider Mannschaften. Die Schweiz traf in jeder ihrer vier bisherigen WM-Partien, gegen Katar, gegen Bosnien-Herzegowina, gegen Kanada und zuletzt gegen Algerien. Kolumbien wiederum blieb nur ein einziges Mal ohne eigenes Tor, beim 0:0 gegen Portugal, und traf in den übrigen drei Partien jedes Mal.

Hinzu kommt, dass die Schweizer Defensive vor dem Algerien-Spiel keineswegs sattelfest war: Gegen Katar, gegen Bosnien-Herzegowina und gegen Kanada kassierte das Team jeweils mindestens ein Gegentor, nur gegen Algerien blieb die Null stehen. Diese Kombination aus einer Offensive, die in jedem einzigen Turnierspiel getroffen hat, und einer Defensive, die in drei von vier Partien Gegentore zuließ, spricht deutlich dafür, dass die Schweiz auch gegen Kolumbien trifft und selbst mindestens einen Treffer kassiert.

Der einzige echte Einwand ist Kolumbiens jüngste Form: Seit dem Gegentor gegen Usbekistan zum Auftakt hat die Mannschaft drei Partien in Folge zu Null gespielt und damit die bislang stabilste Defensive des Turniers gestellt. Da es sich nun jedoch um ein K.o.-Spiel handelt werden beide Mannschaft viel riskieren, weshalb es eher unwahrscheinlich ist, dass einer von beiden hier ohne eigenen Treffer aus der Partie geht.

Prognose und Fazit

Kolumbien reist mit dem breiteren internationalen Erfahrungsschatz an, doch die Schweiz bringt die frischeren Beine und den Rückenwind aus einer historischen Woche mit. Genau in diesem Spannungsfeld dürfte sich das Achtelfinale entscheiden. Kolumbiens Offensivreihe um Diaz, Rodriguez und Arias ist das technisch anspruchsvollere Aufgebot, doch ohne Cordoba im Zentrum und nach der langen Reise aus Kansas City fehlt dem Team die Frische, um über 90 oder mehr Minuten durchgehend Druck aufzubauen. Die Schweiz dagegen hat mit Manzambi einen Spieler in Bestform, der genau dann eingreifen kann, wenn Kolumbiens Beine in der zweiten Halbzeit schwerer werden.

Das Spiel wird körperbetont und eng, ein echtes K.-o.-Duell auf Augenhöhe, in dem kein Team über weite Strecken dominiert. Am Ende sehe ich die Schweiz leicht vorne und denke, dass sie sich gegen die Kolumbianer durchsetzen können.

Für die Schweiz wäre das der zweite K.-o.-Sieg in Folge bei dieser WM, einen solchen hat die Nationalmannschaft noch nie zustande gebracht. Im Viertelfinale würde in der Nacht auf den 12. Juli in Kansas City der Sieger aus der Partie Argentinien gegen Ägypten warten, eine Aufgabe, die nach der historischen Woche in Vancouver fast schon zur Nebensache wird.

Schweiz - Kolumbien: Quoten, Statistik & Prognose

Quoten-Analyse

Siegchancen & Tor-Tendenz

Aus den Quoten von 15 Wettanbietern

Schweiz 27,7 %
Unentschieden 31,1 %
Kolumbien 41,2 %
Favorit Kolumbien
Über 2,5 Tore 40 %
Unter 2,5 Tore 60 %
Form & Statistik

Form im Vergleich

Letzte 5 Spiele

Flagge Schweiz Schweiz #15
Form
#9 Kolumbien Flagge Kolumbien
WWWDD
WDWWW
3-2-0
Bilanz (S-U-N)
4-1-0
10 : 4
Tore
7 : 1
2.2
Punkte/Spiel
2.6
1
Zu Null
4
40 %
Über 2,5 Tore
20 %
80 %
Beide treffen
20 %
Quoten-Überblick

Wettquoten zum Spiel

Ø aus 15 Wettanbietern

Spielausgang (1 · X · 2)
Schweiz3.453.25-3.58
Unentschieden3.063.00-3.15
Kolumbien2.312.20-2.38
Tore (Über / Unter 2,5)
Über 2,5 Tore2.402.35-2.45
Unter 2,5 Tore1.601.59-1.61
WM-Kontext

Die Teams im WM-Vergleich

Flagge Schweiz
Schweiz
vs
Kolumbien
Flagge Kolumbien
#15
FIFA-Weltrangliste
#9
0
WM-Titel
0
12
WM-Teilnahmen
6
Viertelfinale
Bestes WM-Ergebnis
Dritter 2024 Copa
Murat Yakin
Trainer
Néstor Lorenzo
Aufstellungen

Voraussichtliche Startelf

Flagge Schweiz Schweiz 4-2-3-1
  1. 1 Gregor Kobel
  2. 6 Denis Zakaria
  3. 4 Nico Elvedi
  4. 5 Manuel Akanji
  5. 13 Ricardo Rodríguez
  6. 8 Remo Freuler
  7. 10 Granit Xhaka
  8. 11 Dan Ndoye
  9. 9 Johan Manzambi
  10. 17 Rubén Vargas
  11. 7 Breel Embolo
Flagge Kolumbien Kolumbien 4-3-3
  1. 12 Camilo Vargas
  2. 2 Daniel Muñoz
  3. 23 Davinson Sánchez
  4. 3 Jhon Lucumí
  5. 17 Johan Mojica
  6. 14 Gustavo Puerta
  7. 11 Jhon Arias
  8. 16 Jefferson Lerma
  9. 10 James Rodríguez
  10. 25 Luis Suárez
  11. 7 Luis Díaz