Acht Spiele, kein einziges Gegentor: So ist England durch die WM-Qualifikation gekommen. Mit dieser Abwehr trifft das Team zum WM-Auftakt 2026 auf Kroatien, eine Mannschaft, die ihre Spiele lieber kontrolliert als wild gestaltet. Wer auf dieses Duell setzen will, steht damit vor allem vor einer Frage: Wie viele Tore fallen, wenn zwei defensiv so sichere Teams aufeinandertreffen?
England ist der leichte Favorit, ein Selbstläufer wird das Spiel deshalb nicht. Gegen einen Gegner mit Kroatiens Turniererfahrung kann ein einzelnes Tor den ganzen Abend kippen, und genau deshalb lohnt der genaue Blick auf Form, Defensive und die jüngsten direkten Duelle, bevor du dich für einen Tipp entscheidest.
Wie geht England unter Thomas Tuchel ins Turnier?
Thomas Tuchel hat aus England eine Mannschaft geformt, die zuerst über die Defensive kommt. Wie konsequent, zeigte die WM-Qualifikation: England gewann die Gruppe K und blieb in allen acht Spielen ohne Gegentor. Gegen Gegner wie Andorra oder Lettland ist das keine Kunst, gegen Serbien aber schon, und auch dort hielt die Null.
Das Grundgerüst dahinter ist eingespielt. Vor Torhüter Jordan Pickford bilden John Stones und Marc Guehi die Innenverteidigung, davor sichert Declan Rice das defensive Mittelfeld ab. Diese Achse macht England in engen Spielen schwer zu knacken.
Acht Quali-Spiele, kein Gegentor
Die Bilanz aus der Qualifikation liest sich beruhigend: 2:0 gegen Albanien, 3:0 gegen Lettland, dazu klare Auswärtssiege wie das 5:0 in Serbien und das 5:0 in Lettland. Selbst die zähen Pflichtaufgaben in Andorra brachte England ohne Gegentor über die Bühne, wenn auch nur mit 1:0.
Ganz so dicht war die Abwehr in den Testspielen aber nicht. Gegen Uruguay reichte es nur zu einem 1:1, gegen Japan setzte es ein 0:1, und im Juni 2025 verlor England sogar 1:3 gegen Senegal. Schnelle, bewegliche Angreifer haben England also durchaus Probleme bereitet, während die statischen Qualifikationsgegner kaum durchkamen. Für das Spiel gegen Kroatien zählt vor allem eine Frage. Tritt die Abwehr so souverän auf wie gegen Serbien, oder so wacklig wie gegen Senegal?
Woher die Tore kommen sollen
Vorne hängt vieles an Harry Kane. Der Kapitän steht bei 79 Toren in 114 Länderspielen, eine Ausbeute, die kein anderer im Kader auch nur annähernd erreicht. Fällt Kane aus dem Spiel, fehlt England oft der zielstrebige Abschluss.
Neben ihm soll die Offensive über Jude Bellingham und Bukayo Saka kommen. Gegen schwächere Gegner klappt das, siehe das 3:0 gegen Costa Rica, gegen ordentlich organisierte Mannschaften wurde es zuletzt aber dünn: In mehreren Testspielen kam England über ein einziges Tor nicht hinaus. Die Breite im Kader ist da, die Durchschlagskraft ohne Kane aber überschaubar.
Wie stark ist Kroatien um Kapitän Modric noch?
Mit 40 Jahren führt Luka Modric Kroatien immer noch an. 198 Länderspiele, inzwischen beim AC Milan unter Vertrag, auf dem Platz weiter der Taktgeber. Genau darauf baut Kroatien: das Spiel über das Mittelfeld kontrollieren, den Gegner laufen lassen, das Tempo selbst bestimmen.
Trainer Zlatko Dalic richtet sein Team um diese Achse aus. Neben Modric hält Mateo Kovacic mit 113 Länderspielen das Zentrum dicht.
Das Mittelfeld bestimmt das Tempo
Kroatiens Stärke ist nicht die Wucht, sondern die Kontrolle. Modric und Kovacic lassen den Ball laufen, ziehen das Tempo aus dem Spiel und überlassen dem Gegner selten die Initiative. Hinten sorgt Josko Gvardiol von Manchester City für Stabilität. Aus dieser Spielweise entstehen viele kontrollierte Partien, aber wenige Torchancen im Minutentakt.
Die Tore sollen Andrej Kramaric und Ante Budimir machen. Kramaric kommt auf 116 Länderspiele und 36 Tore, ein Treffer also etwa alle drei Spiele. Das ist solide, aber kein Schnitt, der eine Partie im Alleingang dreht. Kroatien gewinnt eher 1:0 oder 2:1 als 4:1.
Was die letzten Gegner verraten
Gegen ernsthafte Gegner fielen zuletzt kaum Tore. Im Nations-League-Viertelfinale gegen Frankreich gab es ein 2:0 und ein 0:2, gegen Portugal ein 2:1 und ein 1:1, dazu ein 1:2 gegen Kolumbien und gegen Schottland ein 1:0 und ein 2:1. Enge Ergebnisse durchweg, keines mit mehr als drei Toren.
Die hohen Resultate stehen ausschließlich gegen schwächere Gegner: 7:0 in Gibraltar, 5:1 gegen Tschechien, 4:0 gegen Montenegro. England gehört nicht in diese Kategorie, und genau das spricht für ein enges Spiel.
Was verraten die direkten Duelle von England und Kroatien?
Elfmal sind England und Kroatien schon aufeinandergetroffen. Die Bilanz spricht für England: sechs Siege, dazu zwei Remis und drei Niederlagen. Ein klares Übergewicht, das aber wenig über die Höhe der Ergebnisse sagt.
Die jüngsten Duelle waren dagegen eng. Das bekannteste ist das WM-Halbfinale 2018, das Kroatien nach Verlängerung mit 2:1 gewann und England aus dem Turnier warf. Danach gab es in der Nations League ein 0:0 und ein 2:1 für England, bei der EM 2020 setzte sich England mit 1:0 durch. Vier Spiele, kein einziges mit mehr als drei Toren.
Ganz anders sah es ein paar Jahre früher aus. Zwischen 2004 und 2009 fielen Ergebnisse wie 5:1 oder 4:1, England gewann damals auch mal richtig hoch. Nur: Von den Spielern, die diese Partien bestritten, steht heute keiner mehr auf dem Platz. Für die Frage, wie viele Tore am 17. Juni fallen, taugen diese alten Resultate wenig.
Begegnung | Ergebnis | Tore im Spiel |
|---|---|---|
WM-Halbfinale 2018 (n.V.) | Kroatien 2:1 | 3 |
Nations League 2018 | 0:0 | 0 |
Nations League 2018 | England 2:1 | 3 |
EM 2020 | England 1:0 | 1 |
Das Schlüsselduell: Englands Abwehr gegen Kroatiens Mittelfeld
Das Spiel wird im Mittelfeld entschieden. Kroatien will den Ball haben, das Tempo drosseln und England in lange, ereignisarme Phasen zwingen. Genau dagegen hat England mit Declan Rice einen Spieler, der Räume zustellt und Modric und Kovacic die Zeit am Ball nimmt. Wer dieses Duell im Zentrum gewinnt, gibt dem Spiel seinen Takt.
Vorne trifft Englands organisierte Abwehr auf Kroatiens Erfahrung und Spielwitz. Acht Spiele ohne Gegentor in der Qualifikation zeigen, wie schwer England zu überwinden ist, sobald die Abwehr steht. Kroatien bringt keine Geschwindigkeit für die Tiefe mit, sondern kluge Wege durch die Mitte, also genau die Art Gegner, die England zuletzt seltener in Bedrängnis gebracht hat als ein schneller Konterfußball wie der von Senegal.
Bei zwei so kompakten Mannschaften bleiben klare Torchancen die Ausnahme. Entsteht aus dem Spiel heraus wenig, gewinnen ruhende Bälle an Gewicht, eine Ecke oder ein Freistoß in den Strafraum kann dann den Ausschlag geben. Der erste Spieltag verstärkt das noch. Keiner will mit einer Niederlage starten, also wird zu Beginn eher abgewartet als attackiert. Spiele, die so beginnen, öffnen sich selten von selbst.
England vs. Kroatien Wett-Tipp
Mein Tipp für diese Partie lautet: Unter 3,5 Tore. Diese Wette gewinnt, solange im Spiel null bis drei Tore fallen, und verliert erst ab dem vierten Treffer. Ein 1:0, ein 2:1, selbst ein 3:0 reichen also locker, nur ein torreiches Spiel bringt die Wette zu Fall.
Genau das passt zu allem, was diese Partie ausmacht. England hat in der Qualifikation acht Spiele ohne Gegentor absolviert und auch in den Testspielen selten viele Tore gemacht. Kroatien kommt gegen ernsthafte Gegner kaum über drei Tore im Spiel hinaus, und die vier jüngsten Duelle der beiden endeten allesamt mit höchstens drei Treffern. Damit vier Tore fallen, müssten beide Teams mit ihrer Gewohnheit aus den letzten zwei Jahren brechen.
Im Vergleich mit anderen Wetten hat Unter 3,5 Tore den größten Spielraum. Eine Siegwette auf England klingt naheliegend, doch bei vier Plätzen Abstand und Kroatiens Turnierqualität ist ein Remis gut möglich, und dann ist die Wette verloren, obwohl die Einschätzung stimmte. Die Wette darauf, dass beide Teams treffen, kämpft gegen Englands Serie ohne Gegentor und gegen die Tatsache, dass Kroatien gegen starke Gegner kaum trifft. Unter 3,5 Tore gewinnt dagegen über fast alle realistischen Ergebnisse hinweg, vom 0:0 bis zum 2:1.
Das Risiko liegt im frühen Tor oder in einem Elfmeter zur falschen Zeit. Geht eine Mannschaft schnell in Führung und die andere muss aufmachen, kann sich das Spiel öffnen, und dann sind vier Tore plötzlich nicht mehr fern. Wahrscheinlich ist das nicht, aber es ist der Weg, auf dem dieser Tipp daneben liegt. Unter dem Strich bietet die Under-Wette auf unter 3,5 Tore das beste Verhältnis aus Chance und Risiko.
Wie endet das Duell England gegen Kroatien?
Vieles deutet auf einen kontrollierten, engen Verlauf hin. England geht als leichter Favorit ins Spiel, hat die bessere Form und die stabilere Defensive, doch Kroatien lässt sich über das Mittelfeld nicht einfach wegschieben. Ein Ergebnis wie 1:0, 2:1 oder ein Remis fügt sich besser ins Bild als ein offener Schlagabtausch. Entschieden wird so eine Partie oft durch ein einzelnes Moment: einen Standard, einen Fehler, einen Geistesblitz von Kane oder Modric.
Für den Tipp heißt das: Unter 3,5 Tore passt zu einem Leser, der einen breiten Spielraum will und kein Schützenfest braucht. Wer dagegen unbedingt auf einen England-Sieg setzen möchte, geht das höhere Risiko ein, weil ein Remis hier realistisch ist. Zwei defensiv eingestellte Teams, ein vorsichtiger Auftakt, eine lange Reihe enger Ergebnisse: Das alles zeigt in dieselbe Richtung. Auf wenige Tore zu setzen, ist hier die Wette mit der saubersten Begründung.
